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Jan Luley verlegt Amöneburg an den Mississippi

Musik Jan Luley verlegt Amöneburg an den Mississippi

Es gibt Abende, an denen passte einfach alles. Jüngstes Beispiel war das ausverkaufte Konzert von Jan Luley im Hof der Brücker Mühle.

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Jan Luley gab in seiner Wahlheimat ein einzigartiges Konzert.Foto: Kai Erdel

Amöneburg. Die 120 Besucher, die eine Karte für das Konzert von Jan Luley im Mühlenhof der Brücker Mühle bekommen hatten, erlebten einen perfekten Abend. „Ich hab vor acht Jahren die Brücker Mühle das erste Mal gesehen und mir gedacht: Hier musst du mal an einem warmen Sommerabend ein Konzert geben“, sagte Luley.

Bei warmen Temperaturen saßen die Besucher dicht gedrängt zusammen und hörten Luley nicht nur Piano spielen sondern auch singen - letzteres leider viel zu selten. Sie erfuhren außerdem ganz nebenbei auch viel über die Geschichte des Jazz. Denn Luley wusste zu jedem Stück - egal ob von James Booker, W.C. Henry, Duke Ellington oder ihm selbst - Interessantes und Unterhaltsames zu berichten.

Seine Liebe zu New Orleans, das er seit 1995 regelmäßig besucht, wurde dabei immer wieder deutlich. Er präsentierte mit einer Mischung aus Spirituals,Blues, Swing, Boogie-Woogie und kreolisch-karibischen Rhythmen die musikalische Vielfalt dieser Stadt.

Die Stücke verzauberten die Zuhörer bereits nach den ersten Klängen. So wurde die an der Mühle vorbei fließende Ohm für die Konzertbesucher zum Mississippi, auf dem Schiffe die Baumwollernte herunterfuhren, und auch der Mühlenhof verwandelte sich in den Innenhof eines der zahlreichen Clubs der Stadt im Süden der USA.

So wunderte es nicht, dass auch nach der Pause nicht einer der Besucher gegangen war. „Es ist schön, wenn man nach der Pause auf die Bühne kommt, und es ist noch jemand da“, sagte Luley, der neben seinem musikalischen Können und seinem Wissen auch eine große Portion Humor besitzt. Der Pianist hat europaweit bereits mehr als 1400 Konzerte gegeben und Amöneburg zu seiner Wahlheimat ernannt.

Als zu später Stunde Kerzen die Tische erleuchteten und Luley hinreißend den „Creole love call“ sang und spielte, die Fledermäuse dicht über den Köpfen der Besucher nach Nachtfaltern jagten und die Kühle der Ohm langsam die Wärme des Sommertages aus dem Innenhof vertrieb, war klar, dass dem Brücker Verein die Ausrichtung eines einzigartigen Konzerts gelungen war.

von Kai Erdel

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