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Intercitys kommen bisher nicht gut an

Zwischenbilanz Intercitys kommen bisher nicht gut an

Seit Dezember vergangenen Jahres verfügt Stadtallendorf über die hart ­erkämpfte Intercity­anbindung - zumindest für zwei Jahre auf Probe. Die Bahn ist mit der bisherigen Zahl der Nutzer nicht zufrieden.

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Mitte Dezember wurde der erste Intercity in Stadtallendorf begrüßt. Archivfoto: Matthias Mayer

Quelle: Archivfoto: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Am 12. Dezember gab es in Stadtallendorf den großen Bahnhof für den ersten dort haltenden Intercity, jetzt gibt es eine erste Zwischenbilanz aus Sicht der Bahn. Und die fällt überraschend schlecht aus. Ein Bahnsprecher sprach gegenüber dieser Zeitung am Freitag von einer „leider bisher äußerst schwachen Nutzung“. Konkret bedeutet das nach den bisherigen Auswertungen, dass weniger als fünf Reisende pro Zughalt in Stadtallendorf ein- oder aussteigen. Dies ist laut Bahn ein Durchschnittswert, einige Intercitys in Richtung Frankfurt werden demnach stärker genutzt, andere hingegen kaum bis gar nicht. Selbst wenn man von einer Anlaufphase ausgehen muss, liegt dieses Ergebnis deutlich unter allen Erwartungen im Vorfeld.

Mit täglich zwölf Intercityhalten am Tag hatte die Bahn AG in Stadtallendorf beim Fahrplanwechsel ein breites und neues Angebot geschaffen. Das Angebot gilt allerdings zunächst nur zwei Jahre und dient auch dazu, den tatsächlichen Bedarf festzustellen. Um aus dem Probebetrieb eine Dauerlösung zu machen, müssten sich die Reisendenzahlen in Stadtallendorf mehr als verdoppeln. „In den nächsten Monaten wären mindestens zehn Ein- oder Aussteiger je Halt erforderlich“, heißt es seitens der Bahn.

Dort will man aber auf keinen Fall die Hoffnung aufgeben, dass sich die Situation beim Inter­cityhalt Stadtallendorf noch nachhaltig verbessert. Für den Fahrplanwechsel 2017/2018 sind alle jetzt vorhandenen Inter­cityanschlüsse wieder angemeldet. Spannend wird es dann im nächsten Jahr um diese Zeit, wenn eine Entscheidung über den Fahrplan 2018/2019 ansteht.

Spannung steigt in den Ferienwochen

Über die Gründe für die bisher ausbleibende Akzeptanz lässt sich nur spekulieren. Die Bahn sieht bei den Intercityhalten in Richtung Frankfurt natürlich die vorhandenen guten Nahverkehrsanbindungen über den Rhein-Main-Verkehrsverbund als einen möglichen Punkt.

„Natürlich bin ich von der bisherigen Resonanz nicht begeistert“, räumt Bürgermeister Christian Somogyi ein. Gleichwohl sieht er noch keinen Grund, zu verzagen. Er setzt darauf, dass beim nächsten Fahrplanwechsel die Busanbindung für den Stadtallendorfer Bahnhof auf die Fernzüge besser abgestimmt werden könnte. Zugleich sei er mit der Bahn übereingekommen, die Werbung für die Intercityverbindungen noch einmal zu verstärken. Er selbst will gezielt Unternehmen und Bundeswehr ansprechen. Für die Schaffung des Intercityhalts Stadtallendorf hatte sich seinerzeit ein sehr breites Bündnis formiert, bestehend aus Kommunen, den führenden Industrieunternehmen und der Bundeswehr, flankiert vom Landkreis wie auch den heimischen Bundestagsabgeordneten. „Jetzt müssen die Menschen in der Region dieses Angebot auch nutzen, damit es sich betriebswirtschaftlich rechnet“, macht Somogyi noch einmal klar. Er appelliere an Bahnfahrer, auch in ihrem Umfeld in der nächsten Zeit dafür zu werben.

Mit Spannung blickt auch die Bahn auf die Ferienwochen. In dieser Zeit besteht die Möglichkeit, von Stadtallendorf aus umstiegsfrei in den Norden nach Mecklenburg-Vorpommern zu gelangen - bei Bedarf bis Rügen. Umstiegsfreie Verbindungen gibt es ab Stadtallendorf zum Beispiel nach Hannover, Karlsruhe oder Hamburg.

Insgesamt ist die Bahn AG mit der Entwicklung der Fernzugangebote auf der Main-Weser-Bahn hochzufrieden. Die Fahrgastzahlen seien im besten Sinne des Wortes stabil, heißt es dazu aus der Frankfurter Zentrale der Bahn AG. Dass Stadtallendorf gleich zwölf Intercityhalte bekam, hatte es seitens der Fahrplanabteilung erheblichen Aufwand erfordert. Schließlich ist der Zugverkehr auf der Main-Weser-Bahn von jeher eng getaktet. Wabern musste auf Halte verzichten.

von Michael Rinde

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