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In den frühen Morgenstunden droht immer wieder Eisglätte

Verkehr In den frühen Morgenstunden droht immer wieder Eisglätte

Ob es stürmt, regnet oder schneit, ob es dunkel oder neblig ist, auf hiesigen Straßen gibt es immer wieder Autofahrer, die ihre Geschwindigkeit nicht drosseln können oder zu sorglos unterwegs sind.

Marburg. Die Polizei warnt nochmals ausdrücklich vor dem derzeit für Autofahrer sehr tückischen Wetter und bittet um besonders erhöhte Aufmerksamkeit und stets vorsichtige Fahrweise. „Auch ohne weiße Winterlandschaft und trotz gefühlter Frühlingstemperaturen kann es zurzeit überall zu plötzlich auftretender Glätte durch überfrierende Nässe kommen. Das gilt ganz besonders für die späten Nacht- und frühen Morgenstunden“, sagt Marburgs Polizeisprecher Martin Ahlich.

So kam es im hiesigen Landkreis gestern gegen 4.40 Uhr auf der Bundesstraße 62 zwischen Biedenkopf-Mitte und der Georg-Kramer-Straße und um kurz nach 5 Uhr auf der Bundesstraße 453 bei Herzhausen zu glättebedingten Verkehrsunfällen. Auf der B 62 verlor eine 52-Jährige aus Biedenkopf  die Kontrolle über den Wagen und schleuderte in die Leitplanken. Der Schaden beträgt etwa 3.500 Euro. Auf der Steigung vor Runzhausen war es nach Mitteilung vieler Autofahrer „extrem glatt“. Die Straßenmeisterei war dort im Einsatz, Abhilfe zu schaffen. Im Landkreis Gießen ereigneten sich ebenfalls einige Glatteis-Unfälle. Der schwerste ereignete sich auf der Landstraße 3133 zwischen Langgöns und Holzheim. Dort überschlug sich um kurz nach 8 Uhr ein 27-Jähriger aus Lollar mit einem Ford Mondeo. „Auch hier war unerwartete Glättebildung unfall‑ursächlich“, informiert Polizeisprecher Thorsten Mohr.

Der Mann aus Lollar erlitt schwere Verletzungen und kam ins Uni-Klinikum nach Gießen. Auch im nördlichen Nachbarkreis Waldeck-Frankenberg gab es wegen plötzlich auftretender Reifglätte einen Überschlag. Eine 23-jährige Autofahrerin kam am frühen Dienstagmorgen von der Fahrbahn ab und überschlug sich mit ihrem Peugeot. Die junge Frau aus Rosenthal war gegen 2.30 Uhr auf der Landesstraße 3076 von Frankenberg Richtung Rosenthal unterwegs. In einer Linkskurve kam das Auto von der Straße ab und überschlug sich im Graben, bevor es auf den Rädern wieder zum Stehen kam. Die Fahrerin wurde leicht verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Am Auto entstand nach Auskunft der Polizei ein Totalschaden in Höhe von 6.000 Euro. Die Rosenthaler Feuerwehr rückte zudem aus, um die stark verschmutze Fahrbahn wieder zu reinigen. Auch Fußgänger müssen achtsam sein. Um 3.30 Uhr war im Lahn-Dill-Kreis ein jugendlicher Fußgänger auf der Landstraße 3287 zwischen Niederweidbach und Rossbach auf Glatteis ausgerutscht und mit dem Kopf aufgeschlagen, er musste im Krankenhaus behandelt werden.

Der schlimmste Unfall in Mittelhessen hatte allerdings nichts mit Glatteis zu tun, zeigt aber auf, wie gefährlich es ist, wenn Bundesstraßen durch Orte führen. Um 9.40 Uhr kam in Mittenaar-Bicken an der B 255 ein 85-jähriger Mann ums Leben, als er auf dem Gehsteig von einem Lastwagen erfasst wurde. „Nach ersten Erkenntnissen kam der Iveco Daily aus Richtung Herborn und war in Richtung Gladenbach unterwegs“, teilte Polizeisprecher Ernst-Walter Schramm mit. Der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock.

von Götz Schaub

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