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Ostkreis A 49: Vor Autobahnbau muss saniert werden
Landkreis Ostkreis A 49: Vor Autobahnbau muss saniert werden
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00:21 25.11.2018
Die Gebäude sind nur ein Teil der Füllstelle II, viele teilweise gesprengte Produktionsstätten liegen unter der Erde. Quelle: Thomas Breme
Stadtallendorf

Anfang Dezember soll es losgehen. Dann sanieren der Bund (also die Bundeswehr als Geländeeigentümer) und die Firma Deges im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums die Füllgruppe II. Zug um Zug und gemeinschaftlich soll das vonstatten gehen und etwa ein Jahr dauern. Das erklärte ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr.

Alle Ausschreibungen sind mittlerweile gelaufen. Rund 7 Millionen Euro kostet die Sanierung. Diese Summe teilen sich die Bundeswehr und Deges. Das Unternehmen Deges betreibt derzeit im Auftrag des Bundes das Ausschreibungsverfahren für die beiden A-49-Abschnitte von Schwalmstadt über Stadtallendorf bis nach Gemünden (Felda). Bekanntlich sollen diese beiden Abschnitte auf dem Wege einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) gebaut und betrieben werden. Deges ist ­zugleich mitverantwortlich für Vorarbeiten wie eben die nun laufende Rüstungsaltlasten-­Sanierung.

Sanierungsarbeiten dauern ein Jahr

Etwa ein Jahr, so das Bundesamt für Infrastruktur, sollen die Sanierungsarbeiten andauern. Wenn dieser Zeitplan so eingehalten werden kann, dann passt das auch mit dem Weiterbau der Autobahntrasse und der dazugehörenden Brückenbauwerke zusammen. Denn: Ende­ nächsten Jahres will Deges für den Bund das Partnerunternehmen – wahrscheinlich dürfte es ein Konsortium sein – auswählen. Die bisherigen Planungen sehen einen Weiterbau der Autobahn ab dem Jahr 2020 vor. Viel Luft gibt es in diesem Zeitplan also offenbar nicht.

Beim Pilotprojekt im Wasag-Gebiet, bei den Arbeiten an der Füllstelle I nahe der Scharnhorststraße, hatte der Bund Lehrgeld zahlen müssen. Diese­ Sanierung dauerte erheblich länger und wurde am Ende deutlich teurer als erwartet. Inzwischen sind dort alle Schadstoffe aus dem Boden geholt worden, wie der Bundesamts-Sprecher auf Anfrage der OP mitteilt. Es steht noch die Aufforstung des Geländes an. Sie soll dann im nächsten Jahr erfolgen.

Kostensteigerung stoppte Sanierung

„Grund für die Verzögerung der Sanierung der Füllgruppe I war eine nicht absehbare Kostensteigerung. Dadurch mussten im Rahmen des haushälterischen Verfahrens nachträglich Haushaltsmittel bereitgestellt werden“, erläutert der Sprecher des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr.

Bei der Füllgruppe II gibt es nunmehr allerdings einige Erfahrungswerte. Die Sanierungspläne sind, wie die Behörden bereits in der Vergangenheit berichtet hatten, an diese Erfahrungen angepasst worden. Beispielsweise sind jetzt auch dieEntsorgungskosten für die mit Teer beschichteten Bodenplatten berücksichtigt worden.

Überwachung des Grundwassers

Rund 20 500 Tonnen Material müssen auf dem Füllstellen-Gelände ausgehoben und entsorgt werden, je nach Belastungsgrad wird der Boden sogar verbrannt. Wie bei der Füllstelle I ist eine ständige Überwachung der Grundwasser-Stöcke rund um das Sanierungsgebiet notwendig und vorgesehen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass durch die Sanierungsarbeiten möglicherweise Schadstoffe in Bewegung geraten. Sie könnten sich dann im Grundwasser wiederfinden.

Bei der ersten Sanierungsetappe gab es, so weit bisher bekannt, keine Probleme für das Grundwasser. Im Sommer hatten der Heimat- und Geschichtsverein und die OP gemeinsam das Gelände der Füllgruppe II mit einer Drohne überflogen. Schließlich werden diese Zeugnisse der Vergangenheit in naher Zukunft nicht mehr existieren. Das Video finden Sie weiterhin auf „op-marburg.de“.

von Michael Rinde