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Immer wieder geht es um die Infrastruktur

Gemeindevertreterversammlung Immer wieder geht es um die Infrastruktur

Wohratals Gemeindevertreter gaben am Dienstagabend grünes Licht für den Ausbau des Radweges zwischen Langendorf und Rosenthal - allerdings kommt er nur, wenn es Fördermittel gibt.

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Ein Foto, zwei Themen: Wohratals Gemeindevertreter widmeten sich dem Ausbau des Radweges 6 und den Planungen des Autohauses Denzel in der Straße „Am Würfelweg“.Foto: Florian Lerchbacher

Wohratal. Rund zwei Kilometer Radweg müssten beide Kommunen ausbauen - wobei die Voraussetzungen in Wohratal weitaus besser sind als die in Rosenthal, wie Planer Werner Sachs erläuterte. In Rosenthal solle der Radweg auf unbefestigten Wirtschaftswegen entstehen und es müssten drei Bäche überquert werden. Auf Langendorfer Seite der Kreisgrenze sei der Bau indes eher unproblematisch, da der Weg über teilweise schon asphaltierte Strecken führe, erklärte Sachs und betonte, dass sich so auch die erheblich unterschiedlichen Kosten erklären ließen: Während auf Rosenthal Kosten in Höhe von 432000 Euro entfallen, liegen sie in Wohratal bei 188000 Euro.

So viel müsste die Gemeinde allerdings nicht berappen: Die beiden Nachbarkommunen, die das Projekt gemeinsam angehen, bauen den Radweg nur aus, wenn sie tatsächlich Fördermittel vom Land Hessen aus dem Programm „Verkehrsinfrastruktur“ erhalten. 80 Prozent beträgt die Förderquote - allerdings nur auf „förderfähige Kosten“, die in Wohratal bei rund 159000 Euro liegen. Nicht gefördert werden die Planungskosten (17500 Euro) und die Kosten für eine „Mehrbreite“ (12000 Euro): Der Weg soll nicht nur die Standardbreite von drei Metern bekommen sondern 3,25 Meter breit werden. Den Anteil wollen jedoch laut Bürgermeister Peter Hartmann die Jagdgenossen Langendorf tragen.

So ergibt sich letztendlich eine Summe von rund 50000 Euro, die Wohratal für den Radweg zahlen müsste - jedoch nur laut einer Kostenschätzung aus dem Jahr 2006, wie Heiko Dawedeit (BfW) kritisierte. Die Mehrwertsteuer habe damals nur 16 Prozent betragen, zudem seien generell Kosten gestiegen, betonte dieser und befürchtete, dass mehr als die veranschlagte Summe auf Wohratal zukommen. „Höchstens ein bisschen“, gab Sachs nach mehrfacher Nachfrage zu, um gleich darauf zu betonen: „Es könnten aber auch weniger als 50000 Euro werden.“

Die Finanzierung will Bürgermeister Peter Hartmann über „Haushaltsreste“ sichern - größtenteils aus Eigenmitteln aber auch aus alten Kreditermächtigungen. „Wir sparen, aber wir sollten uns nicht kaputtsparen. Das ist eine sinnvolle Investition in unsere Infrastruktur“, resümierte er.

n Mit 12:1 Stimmen votierten die Mitglieder der Gemeindevertretung für den Beitritt der Gemeinde zur „Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH“. Dem Vorgänger, einer gleichnamige GbR, hatte sie bereits angehört. 600 Euro kostete sie der Geschäftsanteil, zudem muss sie 12500 Euro als Eigenkapitaleinlage zahlen und für 25000 Euro bürgen - diese Bürgschaft wird aber nur fällig, falls die GmbH insolvent gehen sollte. Ziel der GmbH ist es, die Kommunen in drei bis fünf Jahren mit einem Glasfasernetz und schnellem Internet auszustatten. 675000 Euro kostet das Netz, das in Wohratal entstehen soll - im Vergleich müsse die Gemeinde also wenig zahlen, betonte Hartmann und bezeichnete eine schnelle Internetverbindung als wichtigen Faktor bei der Bewertung der Attraktivität vom Kommunen.

n Als letztes stimmten die Wohrataler der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zu: Die Firma Denzel will „Am Würfelweg“ ein Haus abreißen und eine Park- und Abstellfläche schaffen.

von Florian Lerchbacher

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