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Ostkreis Richtfest für Anbau des Bieneninstituts
Landkreis Ostkreis Richtfest für Anbau des Bieneninstituts
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00:16 29.12.2018
Zimmerermeister Hartmut Pfeiffer hielt den Richtspruch, in dem er sich nur das Beste für das Gebäude wünschte. Quelle: Florian Lerchbacher
Kirchhain

Rund 1,8 Millionen Euro investiert das Land in den Ausbau des Bieneninstituts, das die zentrale Forschungs-, Ausbildungs- und Beratungsstelle für die Imker in Hessen ist – und eigentlich sogar europaweite Bedeutung hat, wie Andreas Sandhäger, der Direktor des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen, herausstellte. Bestes Beispiel: Leiter Dr. Ralph Büchler verpasste das Richtfest für den Anbau seines Instituts, weil er aus dienstlichen Gründen in Kroatien ist.

Dabei ist die Erweiterung der 1966 nach Kirchhain in das ehemalige Landwirtschaftsschulgebäude gezogenen Einrichtung ein lang gehegter Wunsch, so Sandhäger. Der Imkereibetrieb mit Honiggewinnung, Wachserzeugung und Königinnenaufzucht sei schließlich ein wichtiges Hilfsmittel für die wissenschaftliche Arbeit. „Die Aufgaben und der Umfang der Versuchsbienenhaltung wurden deutlich ausgeweitet und die gängigen Arbeitstechniken erheblich verändert“, betonte auch Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms und erklärte, dass der Platz im Keller für die Arbeit viel zu gering sei.

Doch diese Zeiten sollen ab August 2019 zu Ende sein: In Massivbauweise entsteht derzeit direkt neben dem Bieneninstitut ein Anbau mit einer Nutzfläche von rund 425 Quadratmetern. Wände und Dachstuhl stehen bereits – und sogar ein Teil der Dacheindeckung ist bereits erledigt. Dabei waren die Arbeiten erst im September losgegangen, wie Thomas Platte, der Direktor des Landesbetriebes Bau und Immobilien Hessen, erläuterte und sich, ebenso wie Worms, über den „Bienenfleiß“ auf der Baustelle aber auch im Institut freute.

Staatssekretär bezeichnet Gebäude als "Honigfabrik"

Der Staatssekretär schuf in diesem Zusammenhang noch einen neuen Begriff: In der Sprache der Fachleute entstehe zwar ein Wirtschaftsgebäude, angesichts der zukünftigen Nutzung finde er aber „Honigfabrik“ passender. Darunter könne sich jedes Kind etwas vorstellen – noch dazu könnten die wenigsten Bundesländer von sich behaupten, eine „Honigfabrik“ zu betreiben.

Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser, ihres Zeichens Biologin, widmete sich einigen Zahlen rund um die Bienen. Zunächst betonte sie, dass mehr als 80 Prozent der Kultur- und Wildpflanzen auf Fremdbestäubung angewiesen seien, was zeige, wie elementar bestäubende Insekten für die biologische Vielfalt und somit auch für die natürliche Lebensgrundlage sind. Das Bieneninstitut leiste einen wichtigen Beitrag, um die Bedingungen für „Honig-, Wildbienen und Co.“ nachhaltig zu verbessern.

561 Wildbienenarten leben in Deutschland – mehr als die Hälfte sind vom Aussterben bedroht. In Hessen gibt es rund 60.000 Bienenvölker, um die sich etwa 10.800 Imker kümmern: „Da ist gute Beratung wichtig.“ Die Mitarbeiter des Instituts kümmern sich um 300 Bienenvölker, berichtete sie und nannte weitere beeindruckende Zahlen: „Die Bestäubungsleistung von Bienen macht im Jahr zwischen 200 und 500 Milliarden Euro aus.“ Außerdem würden Bienen während der Produktion von 500 Gramm Honig insgesamt 120.000 Kilometer zurücklegen.

von Florian Lerchbacher