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Im Notfall schwimmt er gegen den Strom

Wahl Im Notfall schwimmt er gegen den Strom

"Wenn man in der Kommunalpolitik etwas bewegen will, muss man es selber in die Hand nehmen", sagt Georg August Metz, der als SPD-Kandidat in das Rennen um das Amt des Bürgermeisters geht.

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Im Gespräch mit der OP gab Georg August Metz (SPD) einen Einblick in sein politisches Leben, seine Ansichten und seine Einstellung.Foto: Florian Lerchbacher

Neustadt. Seit dem Jahr 1999 ist Georg August Metz politisch aktiv - „mehr oder weniger durch Zufall“, wie sich der 52-Jährige erinnert. Die Stadt wollte damals die Müllgebühren deutlich erhöhen, und der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt wollte seinem Ärger Luft machen. Aus dieser Meinungsäußerung entstand eine Bürgerinitiative, die eine moderatere Erhöhung der Gebühren bewirkte und Metz zum Entschluss brachte, in die Politik zu gehen.

Seine Wahl fiel auf die SPD - und das, obwohl er aus einem eher konservativ geprägten Haushalt stammt. Bundespolitisch habe ihm die Partei am nächsten gestanden, zudem sei Neustadts CDU bei den Müllgebühren der Widersacher gewesen, berichtet Metz aus der Vergangenheit. Er entschloss sich also für die Rolle der Opposition: „Ich wusste, dass die Arbeit als Sozialdemokrat im eher konservativen Neustadt nicht leicht wird - aber ich schrecke nicht vor schweren Aufgaben zurück.“

Allerdings komme es auf kommunaler Ebene ohnehin nicht auf Parteipolitik an: „Ich gehe Themen immer sachorientiert an - und zwar so, dass ich mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit auch zum Ziel komme. Manchmal muss man auch über Jahre hinweg hartnäckig sein“, sagt Metz. Jene Hartnäckigkeit will er nun auch wieder zeigen, schließlich hatte er vor sechs Jahren bei der Bürgermeisterwahl nur eine knappe Niederlage gegen Thomas Groll (CDU) einstecken müssen - eine Niederlage, aus der er seine Lehren gezogen habe: „Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, dass die Menschen einen kennen. Vor allem die Wähler in den Ortsteilen sind eher personenbezogen.“ Insgesamt sei die Ausgangsposition eine andere: Ging es beim letzten Mal darum, einen Nachfolger für Manfred Hoim zu finden, so steht Metz dieses Mal einem Amtsinhaber gegenüber.

Das sieht er jedoch nicht unbedingt als Nachteil an, wie sich aus der Antwort auf die Frage ablesen lässt, warum die Bürger ihr Kreuz bei ihm machen sollten: „Weil ich den stärkeren Willen mitbringe, alte Strukturen aufzubrechen und neue aufzubauen.“

Dabei orientiert er sich auch an seinem politischen Vorbild Willy Brandt: „Er ist Wege gegangen, die außerhalb der Norm waren, und für die er auch Prügel kassierte“, sagt Metz mit Verweis auf die Politik zur Öffnung nach Osten: „Er wurde als Vaterlandsverräter bezeichnet, hatte aber Erfolg - und das gab ihm Recht.“ Auch er scheue sich nicht, „gegen den Mainstream zu schwimmen“, betont der Neustädter Sozialdemokrat, der im Streben nach einer Verbesserung des Haushalts auch Thesen vertritt, die in der Stadtverordnetenversammlung vornehmlich auf Ablehnung stießen: So sieht er zum Beispiel im städtischen Betrieb Einsparpotenzial: „Wir müssten Personalstruktur und Arbeitsprozesse unter die Lupe nehmen und sehen, wo es Doppelungen gibt und sich Aufgaben zusammenfassen lassen.“ Es wäre allerdings der falsche Ansatz, „von oben herab“ Änderungen aufzudrücken, erklärt er. Es gelte, sich mit den Mitarbeitern auszutauschen und Ideen zu diskutieren.

Ohnehin wolle er auf einen „möglichst vielschichtigen Dialog mit den Bürgern“ setzen: „Ich möchte mit ihnen reden und mich ihrer Sorgen, Nöte und Ängste annehmen.“ Gleichzeitig erwarte er aber auch, dass sich die Menschen für die Gemeinde engagierten, hebt Metz hervor und zitiert den ehemaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy: „Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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