Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Im Landmarsch Richtung Ernsthausen
Landkreis Ostkreis Im Landmarsch Richtung Ernsthausen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:06 03.05.2017
Immer wieder ein Hingucker: Der Lanz Bulldog. Quelle: Klaus Böttcher
Ernsthausen

Immer wieder waren auf dem Gelände um das Bürgerhaus „Storchennest“ und dem angrenzenden Sportplatz in dem Rauschenberger Stadtteil die lauten Motorgeräusche der Traktoren zu hören. Vielfach waren es Oldtimer, die 50 oder 60 Jahre, einige auch noch mehr, auf dem Buckel haben.

Die Liebhaber der alten Traktoren bewiesen den Besuchern damit, dass ihre Ausstellungsstücke nicht nur gut aussehen, sondern durchaus fahrbereit sind. Die Eigentümer von vielen der rund 200 ausgestellten landwirtschaftlichen Fahrzeuge hatten ihre Traktoren im Landmarsch nach Ernsthausen chauffiert. Das heißt, die Hobbymaschinisten tuckerten mit 20 km/h über die Landstraßen.

„Hier sind Clubs und Einzelpersonen vertreten, die zumeist aus dem Umkreis kommen und teilweise Entfernungen von 40 bis 50 Kilometer zurückgelegt haben“, erklärte der Kassierer des Landwirtschaftlichen Kultur- und Technikclubs Wohratal (LKTC), Uwe Laukel. Der 1993 gegründete Club hat derzeit 51 Mitglieder, die etwa 100 Traktoren besitzen. Das Treffen in Ernsthausen veranstalten sie alle zwei Jahre, und das Interesse vonseiten der Aussteller und Besucher ist sehr groß.

Ganze Familien besuchen die Ausstellung

Es sind nicht nur die Freunde der historischen Traktoren, die fachsimpelnd um die alten Maschinen herumstehen, sondern ganze Familien besuchen die Ausstellung. So beispielsweise die Familie Dönges aus Wolferode. Der Vater Kai hatte seinen 15 PS starken grünen Deutz Traktor aus dem Jahre 1957 auf Hochglanz getrimmt.

Der zweijährige Sohn Tom hatte es sich auf dem Fahrersitz gemütlich gemacht und nascht begeistert von Vaters Pommes Frites. Aber auch die Kinder, deren Väter keinen Traktor ausgestellt hatten, kamen voll auf ihre Kosten. Neben anderen Spielangeboten und der Hüpfburg war das Schmieden von kleinen Hufeisen eine Attraktion für die kleinen Besucher. Wer müde vom Rundgang war erholte sich bei Kaffee und Kuchen im Bürgerhaus. Außerdem war für Grillwürste und kühle Getränke gesorgt.

Eine Besonderheit für die Traktorfreunde ist immer wieder der Lanz Bulldog, der unverkennbar laut tuckernd seine Runden drehte. Der Vereinsvorsitzende Alexander Meß hatte seinen Eicher Traktor aus dem Jahr 1954 ausgestellt. Der zog deshalb die Blicke der Besucher auf sich, da er nicht leuchtend grün, rot oder blau gespritzt ist, sondern vor lauter Rost keine Farbe mehr zu erkennen ist. „Man darf sich von der Optik nicht abschrecken lassen, denn ein sechzigjähriger Mann hat auch nicht nur schwarze Haare“, sagt sein Besitzer.

Zum LKTC sagte der Vorsitzende der OP. „Wir legen Wert darauf, alte Maschinen und was dahinter steckt sowie das Brauch- und Kulturgut zu erhalten. Wir wollen das der nachfolgenden Generation zeigen.“

von Klaus Böttcher

Anzeige