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Ostkreis Im Fadenkreuz der Nationalsozialisten
Landkreis Ostkreis Im Fadenkreuz der Nationalsozialisten
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17:14 19.04.2012
Seit gestern ist im historischen Rathaus die Ausstellung „Nein zu Hitler! Sozialdemokratie und Freie Gewerkschaften in Verfolgung, Widerstand und Exil 1933 bis 1945“ zu sehen.Foto: Florian Lerchbacher
Neustadt

„Diese zwölf Jahre haben nicht nur Deutschland sondern die ganze Welt verändert“, sagte Bürgermeister Thomas Groll gestern, als er die von der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Verfügung gestellte Ausstellung „Nein zu Hitler! Sozialdemokratie und Freie Gewerkschaften in Verfolgung, Widerstand und Exil 1933 bis 1945“ eröffnete.

Natürlich griffen die Stadt und der Kulturhistorische Verein wieder auf Bewährtes zurück: Vereinsmitglied Bert Dubois hatte die Ausstellung durch Exponate erweitert. Für den Festakt hatten die Organisatoren zudem wieder einen Ehrengast gewonnen: Neben Christine Zimmer vom Landesbüro Hessen der Friedrich-Ebert-Stiftung und Dr. Ulf Immelt, dem DGB-Sekretär der Region Mittelhessen, sprach Karl Starzacher zu den Gästen. Der Staatsminister a.D. widmete sich vornehmlich dem Mut derer, die sich einst trotz Verfolgung und Lebensgefahr gegen Adolf Hitler und sein Regime wehrten: Gewerkschafter und Sozialdemokraten seien „immer wieder im Fadenkreuz der Nationalsozialisten“ gewesen: „Ihr Widerstand hatte keine Chance.“ Starzacher verwies auf Zahlen: Eine Million SPD-Mitglieder, vier Millionen Mitglieder der Freien Gewerkschaften und sieben Millionen SPD-Wähler habe es im Frühjahr 1933 gegeben, dennoch sei die Zahl derer, die sich wehrten, gering gewesen. Seit seiner Schulzeit bewege ihn zum Beispiel die Frage, ob die Bürger tatsächlich nichts vom Holocaust gewusst hätten. Nein, lautete sein Fazit: „Vertreibung und Ausplünderung waren nicht nur Angelegenheit von Hitler, der SS oder der Gestapo- Ohne die Beteiligung Vieler wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagte Starzacher und ergänzte, die Deutschen dürften das Thema nicht verdrängen: „Wir müssen die Geschichte weiter aufarbeiten.“ Es gelte, den „latent vorhandenen Rechtsextremismus“ in der Gesellschaft weiter zu bekämpfen.

Immelt und Zimmer thematisierten unter anderem, dass Sozialdemokraten und Gewerkschafter die Nationalsozialisten bei ihrer Machtübernahme unterschätzt hätten und Deutschland nur durch die Hilfe von außen vom Terror des Dritten Reichs befreit wurde.

Insgesamt umfasst die Ausstellung 40 Tafeln voller Informationen. Wer diese nicht alle im historischen Rathaus lesen möchte, kann sich auch das Buch zur Ausstellung mit nach Hause nehmen.

Die Ausstellung ist bis zum 26. April im historischen Rathaus zu sehen. Sie ist täglich von 15 bis 17 Uhr sowie am 18., 20., 24. und 26. April von 10 bis 12.30 Uhr geöffnet. Ansprechpartner ist Bert Dubois, Telefon 06692/7450.

von Florian Lerchbacher

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