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IhrPlatz-Schließung trifft Innenstadt

Neue Probleme für Stadtallendorfs Mitte IhrPlatz-Schließung trifft Innenstadt

Seit dem Jahreswechsel haben in Stadtallendorfs Innenstadt mehrere Geschäfte geschlossen. Seit Dienstag ist auch als Folge der Schlecker-Insolvenz die IhrPlatz-Filiale dicht.

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Die IhrPlatz-Filiale in der Stadtmitte ist seit Dienstag geschlossen, die Fenster sind zugehängt. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Auf einem weißen Plakat bedanken sich die acht bisherigen IhrPlatz-Mitarbeiterinnen bei ihren treuen Kunden. Am Ostersamstag hatte die Filiale letztmals geöffnet (die OP berichtete auf Wirtschaft). IhrPlatz in Stadtallendorf ist eine von 122 Filialen, die in Folge der Schlecker-Insolvenz dicht machen mussten. Im Kreis stand nur die Stadtallendorfer Niederlassung auf der Schließungsliste.

Nach der Schließung des Fotogeschäfts Mitte Januar aus „wirtschaftlichen Gründen“ und dem Aus für Kostial in der oberen Niederkleiner Straße ist IhrPlatz der nunmehr dritte Laden in diesem Jahr, den die Stadtallendorfer Innenstadt verliert. Im aktualisierten Einzelhandelsgutachten von Anfang Januar sind diese neuen Leerstände naturgemäß noch nicht berücksichtigt. Im Gutachten war noch von 35 Leerständen im Stadtgebiet die Rede, jetzt sind es 38.

Besitzer des Gebäudes, in dem sich die IhrPlatz-Filiale befand, ist Alfred Maus. Ihn habe die Schließung nach der Insolvenz von Schlecker nicht überrascht. Das leer stehende Ladengeschäft hat eine Fläche von mehr als 400 Quadratmetern. „Ich habe Ideen, aber in der Kürze der Zeit gibt es noch keine Ergebnisse“, sagt Maus. IhrPlatz hat den Mietvertrag aufgrund der Unternehmensinsolvenz gekündigt. Wie es mit dem früheren Ladengschäft von Kostial an der Niederkleiner Straße weitergehen wird, ist ebenfalls offen.

Das Parlament hat in seiner jüngsten Sitzung die Gründung eines Arbeitskreises beschlossen, der Initiativen für die schwierige Situation der Stadtmitte entwickeln soll. Dem neuen Arbeitskreis sollen neben Vertretern der Stadtpolitik und Experten auch Einzelhändler und Immobilien-Eigentümer angehören. Stadtallendorfs Erster Stadtrat Otmar Bonacker (CDU), der Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) vertritt, bezeichnet die IhrPlatz-Schließung in einer ersten Einschätzung als „mittlere Katastrophe für die Stadtmitte“. Die Aufgabe des geplanten Arbeitskreises werde dadurch nicht leichter. „Es ist jetzt wichtig, dass auch die Immobilien-Besitzer mit am Tisch sitzen werden“, sagt Bonacker. In der nächsten Woche werde Bürgermeister Somogyi mit der Verwaltung weiteres unternehmen, um den Arbeitskreis einzurichten.

Gemischte Erwartungenan neuen Arbeitskreis

Immobilienbesitzer Maus hat offenbar keine allzu hohen Erwartungen an den künftigen Arbeitkreis Stadtmitte. Er kritisiert gegenüber dieser Zeitung, dass es zunächst sehr lange gedauert hat, bis er überhaupt zustandekommt. „Alle Spitzenkandidaten haben vor der Kommunalwahl viel versprochen, unter anderem einen runden Tisch. Passiert ist seitdem nichts“, ärgert sich Maus. Er fürchte, dass bei der Hallenbad-Diskussion nunmehr auch ein „Schnellschuss“ für eine Sanierung herauskommen werde. Im Enzelhandelsgutachten vom Januar gelten die Flächen von Hallenbad und Gemeinschaftszentrum als die besten für die Ansiedlung eines neuen Marktes. Gutachter Peter Berger hatte dabei betont, dass er seine Vorschläge rein aus Standortsicht entwickelt hat. „Es gibt viel Interessenten-Potenzial für Stadtallendorf. Wenn man das Hallenbad jetzt bestehen lässt, wird eine Riesenchance vertan“, fürchtet Maus. Zugleich fürchtet er, dass sich dann viele Unternehmen überlegen werden, ob sie in der Innenstadt weiterhin bleiben.

Unterstützung bekommt er dabei von Olaf Körner, Gewerbetreibender und früherer Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Stadtallendorf aktiv“. „Wenn die Stadtpolitik eine Hallenbadsanierung favorisiert, macht sie einen weiteren fatalen Fehler“, betont Körner. Aus seiner Sicht ist das alte Stadtmitte-Konezpt gescheitert, frühere Befürchtungen hätten sich allbestätigt. „Die Stadt kommt herunter“, befürchtet Körner, der die frühere nnenstadt-Debatte noch gut in Erinnerung hat. Vom Arbeitskreis erhoffe er sich neue Möglichkeiten, damit sich Einzelhändler in der Stadtmitte wieder engagieren könnten.

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