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Ostkreis Igel, ein Elefant und Kinder in der Töpferei
Landkreis Ostkreis Igel, ein Elefant und Kinder in der Töpferei
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21:01 20.07.2011
Töpfer-Meisterin Jutta Owczarek zeigt den Kindern, wie sie richtig an der Töpferscheibe arbeiten – die Hände vorher immer gut anfeuchten, so wie es Emelie Löchel vormacht. Quelle: Sonja Achenbach

Stadtallendorf. „Das Schild ist für Mamas neues Zimmer. Wir ziehen nämlich um“, erzählt Emelie Löchel aus Kirchhain stolz, während sie Namen und Verzierung mit großer Sorgfalt in den weichen Ton ritzt.

Wie die neun anderen Kinder auch, hat sie vorher schon aus einem Tonklumpen eine kleine Schale geformt. Rund sollte diese werden, mit Wellen am Rand – „Papa kann dann vielleicht Süßigkeiten rein tun, der isst nämlich immer ganz viele“. Um aus einem einfachen Tonklumpen aber eine richtige Schale zu formen, muss man vieles beachten: Einmal ist da die Töpferscheibe, die sich ganz schnell dreht.

Der Tonklumpen muss in die Mitte gelegt werden. „Jetzt musst du deine Hände richtig nass machen – nicht nur so eine kleine Katzenwäsche“, weist Töpferei-Inhaberin Jutta Owczarek ein Kind an. Denn: „Der Ton muss erst noch weich werden, sonst kann er nicht richtig geformt werden.“ Um das zu erreichen hilft sie den Kindern, den Tonklumpen ganz fest mit den Händen zusammenzudrücken – und das, obwohl sich die Tonscheibe währenddessen noch dreht.

Wie wichtig nasse Hände dabei sind, zeigt sich bei Jan Ole Trexler aus Stadtallendorf. Sein Tonklumpen macht sich schnell selbstständig und muss erst wieder aufgesammelt werden. Beim zweiten Versuch macht Jan Ole alles richtig und aus seinem Ton wird schon bald eine echte Tasse. Daraus trinken kann er jetzt allerdings noch nicht – der Ton muss erst noch gebrannt werden.

Auch Nele Hohn merkt immer wieder, wie schwierig Töpfern ist. Beim Versuch, eine Schale herzustellen, bricht bei ihr der obere Abschnitt mehrmals ab, und sie muss von vorn beginnen. „Die Lehre dauert nicht umsonst drei Jahre“, berichtet Owczarek. Schließlich hat Nele eine Schale geformt, den Rand mit Wellen verziert und in die Innenwand eine Spirale eingeritzt – sehr hübsch.

Bis auf zwei Tassen war die Schale bei den Mädels und Jungs die Lieblingsform. Rund, mit Spirale auf der Innenwand, mit Wellen am Rand, als Dreieick oder auch mit vier Ecken: Es gab viele Varianten. Was später darin aufbewahrt werden soll, das wussten die Kinder noch nicht so genau.

von Sonja Achenbach

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