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Ostkreis „Ich schieß‘ Dir die Kniescheibe weg“
Landkreis Ostkreis „Ich schieß‘ Dir die Kniescheibe weg“
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19:50 12.01.2010
Ein 45-Jähriger muss sich vor dem Landgericht verantworten: Er soll einen psychisch Kranken mit einer Waffe bedroht und um 45 Euro beraubt haben. Archivfoto: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Erst lieh er einem nahezu Wildfremden drei Mal Geld, dann stattete ihm dieser einen Besuch ab, bedrohte ihn mit einer Waffe und zwang ihn zur Herausgabe seines Geldes – so lautet der Vorwurf eines 53-Jährigen, der im Betreuten Wohnen in Stadtallendorf wohnt. Erst wenige Tage zuvor habe er den 45-Jährigen über einen Bekannten während einer Zugfahrt kennengelernt. Am folgenden Wochenende lieh er dem Mann 10, 35 und 50 Euro, dann folgte der Besuch mit dem Überfall, berichtete er.

Der Zeuge ist seit einigen Jahren wegen einer psychischen Erkrankung Rentner, für Wohnungsangelegenheiten und Vermögensfragen hat er einen Betreuer. Die beim Raubüberfall erbeuteten 45 Euro sollten ihm eigentlich für eine ganze Woche reichen, erklärte er vor Gericht.

Im Oktober des vergangenen Jahres soll der Stadtallendorfer den Rentner mit einem Freund besucht haben, angeblich um ihm das geliehene Geld zurückzuzahlen und einen Ring und Papiere auszulösen, die er als Pfand hinterlassen hatte. Eigentlich habe er ein ungutes Gefühl und den Eindruck gehabt, sein Geld nicht zurück zu bekommen, sagte der Rentner. Dann habe er seine Meinung aber geändert: „Ich sagte ihm, dass ich ihm öfters Geld leihen könnte.“ Der 45-Jährige habe mit ihm darüber unter vier Augen in der Küche sprechen wollen und ihn letztendlich bedroht: „Plötzlich stand er auf, hielt mir die Pistole an den Kopf und fragte: ,Wie viel haste einstecken? Ich hatte eine Heidenangst.“ Gegenüber der Polizei hatte er außerdem angegeben, dass die Drohung: „Ich schieß` Dir die Kniescheibe weg“ ausgesprochen worden sei.

Nach der Herausgabe des Geldes soll der Fall aber noch kurios geworden sein. Weil der Freund, dem die Waffe gehörte, an die Tür klopfte, soll der Täter seinem Opfer die, wie sich später herausstellte, ungeladene Schreckschusspistole zugesteckt haben mit der Anweisung, sie zu verstecken. Der Rentner tat, wie ihm befohlen. „Warum, weiß ich nicht. Wahrscheinlich, weil der Freund nicht Bescheid wissen sollte“, kommentierte er.

Wenige Minuten später endete der unliebsame Besuch – danach waren der Ring, die Papiere sowie die im Badezimmer versteckte Waffe verschwunden.

Neben dem Rentner trat auch der Freund des Angeklagten als Zeuge auf. Der 34-Jährige berichtete, sowohl er wie auch der Angeklagte hätten ein Drogenproblem: Sie nehmen Heroin. Am besagten Tag wollten sie die Schreckschusspistole eigentlich versetzen, um an Geld zu kommen. Ziel des Besuchs im Wohnheim sei gewesen, sich entweder Geld zu leihen, oder die Waffe für „20 oder 30 Euro“ zu verkaufen.

Von der Tat im Nebenzimmer will er nichts mitbekommen haben. Ihm sei auch keine Änderung bei der Stimmung aufgefallen und er habe sich auch nicht gewundert, dass sei Freund plötzlich Geld hatte. Richter Carsten Paul bezweifelte die Aussage: „Ich formuliere es bewusst überspitzt: Sie haben Ihren Freund nicht mal gefragt: Hat der Einfältige Dir das Geld geliehen?“ Der Zeuge allerdings verneinte die Frage und blieb bei seiner Behauptung.

Die Verhandlung wird am Montag, 25. Januar, um 9 Uhr im Raum 104 fortgesetzt. Dann werden als Zeugen zwei Nachbarn des 53-Jährigen, zwei Betreuer, der Haftrichter und ein Polizist vernommen.
von Florian Lerchbacher

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