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„Ich möchte nah bei den Menschen sein“

Neue Pfarrerin in Rauschenberg „Ich möchte nah bei den Menschen sein“

Die Vakanz nach dem Weggang von Pfarrer Dr. Gernot Schulze-Wegener war nur von kurzer Dauer: Kathrin Wittich ist die neue Pfarrerin in Rauschenberg.

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Kathrin Wittich ist neue Pfarrerin in Rauschenberg und Ernsthausen. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Drei Tage nach ihrer Ordination trat sie ihre erste Pfarrstelle in Rauschenberg an. Dorthin wurde die junge „Pfarrerin in Probe“ - wie es im kirchlichen Amtsdeutsch heißt - „entsendet“ durch Bischof Professor Martin Hein und Prälatin Marita Natt. Die ersten Wahrnehmungen der aus Homberg/Efze stammenden Theologin: Das Pfarrhaus ist eine Baustelle und derzeit unbewohnbar. Die Gemeinde, zu der neben der Kernstadt auch Ernsthausen und Himmelsberg gehören, „ist herzlich, lebendig und engagiert.“

Im Gespräch mit der OP erzählt Kathrin Wittich mit freudestrahlenden Augen von dem warmen Empfang, den ihr die Gemeinde bei ihrem Einführungsgottesdienst am vergangenen Sonntag bereitet hat. Diese besondere Art des Vertrauensvorschusses hat sie schon während ihres 26-monatigen Vikariats in Melsungen erlebt. In Rauschenberg möchte sie diesen an die Gemeinde von der Kanzel und bei Begegnungen im Alltag zurückzahlen. „Mein Wunsch ist es, nah bei den Menschen zu sein. Ich möchte mich nicht verstecken, sondern für die Gemeinde erreichbar und ansprechbar sein - auch draußen auf der Straße Deshalb ist mir der Hinweis ganz wichtig, dass ich auch während der Bauphase über das Telefon im Pfarrhaus erreichbar bin: 06425/ 1234. Das ist eine Telefonnummer, die selbst ich mir merken kann“, sagt die Pfarrerin und lacht. Nach eigenem Bekunden lacht sie gern und viel. Das kann für sie ein Türöffner gegenüber der Gemeinde sein, die sie innerhalb und außerhalb der Kirche begleiten und zusammen mit den Gemeindemitgliedern weiterentwickeln möchte.

Was fehlt in der Gemeinde? Kathrin Wittich muss kurz überlegen und sagt dann: „Vielleicht eine Jugendgruppe, ein kirchliches Angebot für die Jugendlichen nach der Konfirmation.“ Die Pfarrerin denkt gern an ihre eigene Konfirmandenzeit zurück. Sie erlebte einen inspirierenden Pfarrer, der in ihr den ersten Gedanken in Richtung ihres späteren Berufsweges weckte. Es folgte eine für junge Menschen geradezu klassische Kirchen-Karriere. Mitarbeit im Kindergottesdienst, Organisation von Kinder-Bibeltagen und Kinder-Bibelwochen, Leitung einer Jugendgruppe und Fahrt zum Kirchentag.

Dieser Weg führte direkt zum Pfarramtsstudium. Kathrin Wittich studierte in ihrer Wahlheimat Marburg an der Philipps-Universität und am Prediger-Seminar in Hofgeismar. Jetzt ist sie in Rauschenberg und wird dort mindestens zwei Jahre bleiben: so lange währt die Probezeit, an deren Ende sich die Führung des Landeskirche bei Besuchen in einem Gottesdienst und einer Kirchenvorstandssitzung noch einmal von den Fähigkeiten der Pfarrerin überzeugen wird.

„Danach könnte ich mich theoretisch für eine andere Pfarrstelle bewerben, aber das ist nicht mein Ziel. Ich möchte länger in Rauschenberg bleiben“, verspricht Kathrin Wittich.

Die Gemeinde wird also genügend Zeit haben, um die Pfarrerin auch als Predigerin kennenzulernen. Ihr sei es ganz wichtig, die christliche Botschaft mit heutigen Lebensgeschichten und heutiger Lebenswirklichkeit zu verknüpfen um deutlich zu machen, dass die froh machende Botschaft der Evangelien nichts von ihrer Aktualität eingebüßt habe.

Die erste Kostprobe von der Kanzel gibt es am Sonntag. „Die Gottesdienste sind um 9.30 Uhr in Ernsthausen und um 10.45 Uhr in Rauschenberg. Dazu lade ich herzlich ein“, sagt die neue Pfarrerin und lächelt erwartungsfroh.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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