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Ostkreis Hunde bedrohen Wild in der Paarungszeit
Landkreis Ostkreis Hunde bedrohen Wild in der Paarungszeit
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00:15 08.03.2013
Bei dieser Fotomontage hat ein Hund ein Reh erlegt. Um solche Situationen zu vermeiden, sollten Hundehalter während der nächsten Monate im Wald besonders aufmerksam auf ihr Tier achten. Illustration: Hirsch/Pavlenko Quelle: Carsten Rehder
Stadtallendorf

Es geschah am vergangenen Donnerstag in der Gemarkung Buchwald Niederklein: Ein Schäferhundmischling hetzte ein trächtiges Reh, stellte es schließlich und biss es in einen Hinterlauf. Das Tier wurde so schwer verletzt, dass es ein Jäger später erschießen musste. Jenes Reh war trächtig, beide Kitze waren aber noch nicht lebensfähig.

Die Hundehalterin hatte sich nach dem Vorfall korrekt verhalten. Über den Forst und die Stadtallendorfer Ordnungsbehörden ließ sich der Jäger schnell ermitteln, zu dem das Revier gehört. Es gehört zur Jagdgenosschenschaft Niederklein. Ordnungsbehörde und Jagdgenossenschaft nehmen den traurigen Vorfall im Wald zum Anlass, um an Hundehalter zu appellieren. Denn die Paarungszeit der Wildtiere steht unmittelbar bevor. Einen Leinenzwang für Hunde im Wald gibt es in Stadtallendorf nicht. „Aber generell müssen Hunde so geführt werden, dass von ihnen keine Gefahr ausgehen kann“, betont Mirko Sommer, Hilfspolizeibeamter bei der Stadtallendorfer Stadtverwaltung. Wenn der Hund ausreiße, so sei das bereits ein Verstoß gegen die hessische „Gefahrenabwehrverordnung über das Führen und Halten von Hunden“, erläutert Sommer.

Wenn ein Hund Wildtiere hetzt, kann er schnell als gefährlicher Hund eingestuft werden. Im Normalfall verbindet der Verbraucher mit dem Begriff „gefährlicher Hund“ Kampfhunderassen. Doch im Verwaltungsrecht ist der Begriff viel weiter gefasst. Und die Einstufung eines Tieres als „gefährlicher Hund kann für den Hundehalter schließlich teuer werden. Denn er muss zum einen seine Sachkunde beim Hundeführen nachweisen. Und der Hund muss einen Wesenstest absolvieren. Aktuell hat Sommer drei Fälle von gefährlichen Hunden zu bearbeiten. Wer seinen Hund unbeaufsichtigt laufen lässt, begeht ebenfalls bereits eine Ordnungswidrigkeit.

Herbert Fischer, Hundesachverständiger für Hessen, gibt Haltern generelle Tipps. Eines ist Fischer dabei besonders wichtig: „Wer während der Brut- und Tragezeit mit seinem Hund durch Wald und Flur läuft, sollte sein Tier immer anleinen.“

Wer es doch riskiert und seinen Hund frei laufen lässt, der muss sich laut Fischer sicher sein, dass er seinen Hund auch dann noch beherrschen kann, wenn Wildtiere auftauchen. „Wenn Hunde eine Bewegung wahrnehmen, dann reizt sie das immer“, erklärt Fischer. Im nächsten Schritt erwache dann auch der Jagdtrieb.

Sachverständiger istfür einen Leinenzwang

Fischer rät Städten und Gemeinden allerdings auch dazu, während dieser für Wildtiere so sensiblen Zeit einen generellen Leinenzwang anzuordnen. Das Bundesnaturschutzgesetz lasse das zu. Junge Hunde ließen sich an der Leine auch gut an eine plötzliche Begegnung mit Hase oder Reh gewöhnen.

„Ich rate allen Hundebesitzern auch immer dazu, ihr Tier nur so weit vorweg laufen zu lassen, wie sie es auch kontrollieren können“, sagt der Sachverständige. Herbert Fischer, Mirko Sommer wie auch Helmut Feußner von der Jagdgenossenschaft Niederklein geht es bei ihren Ratschlägen und Hinweisen vor allem darum, dass die Hundespaziergänge in Wald und Feld für alle ein Vergnügen bleiben. Feußner wird der Hundehalterin die getötete Ricke in Rechnung stellen. Den Erlös daraus will er dafür verwenden, 20 Hinweistafeln mit einfachen Verhaltenregeln für Spaziergänger und Hundehalter im Revier der Jagdgenossenschaft aufzuhängen. Einen weiteren Teil jener 300 Euro will Feußner an den Vogelschützer Theo Groll für den Bau von Nisthilfen spenden.

von Michael Rinde

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