Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Hoffnung für den Secondhand-Laden
Landkreis Ostkreis Hoffnung für den Secondhand-Laden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:15 24.01.2018
Trotz bester Lage in der Altstadt fehlen dem kommunalen Secondhand-Laden der Stadt Rauschenberg sowohl Kunden als auch der ­erforderliche Umsatz für die angestrebte schwarze Null. Quelle: Matthias Mayer
Rauschenberg

Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) möchte nicht neben Freibad und Kindergarten noch einen weiteren stadteigenen Betrieb unterhalten, der rote Zahlen schreibt. Deshalb hat er dem Laden während der jüngsten Stadtverordnetensitzung in Josbach eine Deadline gesetzt. Wenn bis zum 30. Juni 2018 kein tragfähiges Konzept für einen sich selbst tragenden Laden bestehe, solle dieser geschlossen werden.

Dagegen regte sich im Parlament Widerstand. Die Parlamentarier schickten das Thema in den Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales. Der später tagende Rauschenberger Ortsbeirat bot für den Laden zudem seine Hilfe an, ohne zunächst festzulegen, wie diese aussehen könnte.

Im von Thorsten Bauer (FBL) geleiteten Ausschuss deutete sich unverhofft eine mögliche Lösung des Problems an, den der Laden seit dem Auslaufen der zweimal gewährten Personalförderung mit sich rumschleppt. Es gebe einen Interessenten, der bereit sei, den Laden weiter zu führen. Bei diesem Interessenten handele es sich um einen Sozialträger, berichtete der Erste Stadtrat Manfred Günther (SPD), der beruflich im Sozialbereich unterwegs ist.

Emmerich: Laden lässt sich rentabel betreiben

Der Ausschuss vernahm‘s mit Freuden, kam aber überein, zweigleisig zu fahren und nicht allein auf den Sozialträger zu setzen, mit dem laut Manfred Günther im Januar ein erstes Gespräch im kleineren Kreis geführt werden könne. Parallel dazu werden Magistrat und Ortsbeirat beauftragt, bis zum 30. Juni ein Konzept mit dem Ziel der Kostensenkung zu erarbeiten. Das beschloss der Ausschuss einstimmig.

Der Laden habe Sortiment und Dienstleistungen erweitert, die Öffnungszeiten geändert. Geholfen habe das nicht. Zeitweise seien sie Umsätze auf 450 Euro pro Monat gesunken, begründete Michael Emmerich den Handlungsbedarf.

Er sei überzeugt, dass der Laden rentabel betrieben werden könne, wenn das Konzept stimme. Allein der mögliche Umzug 2021/2022 in die Marktstraße 15 und dem damit verbundenen Wegfall der Miete rette den Laden nicht. Personalkosten in Höhe von monatlich 1000 Euro hätten zuletzt Umsätze zwischen 450 und 700 Euro ­gegenübergestanden. „Wir brauchen 1000 Euro pro Monat mehr und das schaffen wir nur, wenn wir mehr Kunden in den Laden holen“, sagte der Bürgermeister.

Manfred Günther berichtete, dass die nebenamtliche Verkäuferin des Laden bereit sei, auch einen Minijob anzunehmen. Michael Vaupel (Grüne) setzte Hoffnung auf ein weiteres Förderprogramm und das gemeinsam zu erarbeitende Konzept. Der Ortsbeirat werde gern helfen. Andreas Pigulla (CDU) freute sich über die neuen Lösungsansätze. „Wir brauchen ein neues Konzept und ein besseres Image“, sagte er.

Auf Antrag der Grünen befasste sich der Ausschuss mit dem Förderprogramm Swim der Hessischen Landesregierung für den Erhalt hessischer Schwimmbäder.

Michael Emmerich teilte mit, dass nach Intervention des Landesrechnungshofs die Aufnahme in das Landesprogramm an konkrete Bedingungen geknüpft sei, die das Rauschenberger Freibad möglicherweise nicht erfüllen könnte. So besäßen die Themen Energieeinsparung und Schwimmunterricht hohe Priorität.

Da das Rauschenberger Freibad von einer eigenen Quelle gespeist und mit CO2-neutral erzeugter Nahwärme erwärmt werde, sei beim Thema Energieeinsparung wenig zu machen. Für die kommende Saison werde die Rauschenberger Schwimmmeisterin Schwimmkurse anbieten. Was fehle sei ein stetiger Schwimmunterricht für Schulklassen im Freibad, sagte Emmerich.

Ein Schwimmbad ohne Dach

Michael Vaupel, Schulleiter der Mittelpunktschule Wohratal, führte dafür eine simple Ursache ins Feld: das fehlende Dach. Ein kontinuierlicher Schwimm­unterricht könne mit Rücksicht auf unstetes Wetter nur in Hallenbädern stattfinden.

Der Ausschuss einigte sich darauf, dass der Magistrat nach Vorlage der endgültigen Förderrichtlinien die Stadtverordnetenversammlung und den Ortsbeirat das Regelwerk zukommen lassen soll. Dann soll das weitere Vorgehen besprochen werden.

n Die Rauschenberger Stadtverordnetenversammlung tagt am Montag, 18. Dezember, ab 19.30 Uhr in der Pizzeria Venezia. Themen sind die 2. Lesung und Verabschiedung des Haushaltsentwurfs für 2018, die ­Zukunft des Secondhand-Ladens, die Teilnahme am Förderprogramm des Landes Hessen für Freibäder, der Ankauf von Gründstücken zur Entwicklung eines Wohngebiets in Rauschenberg sowie der Zuwendungsbescheid für das Haus Marktstraße 15.

von Matthias Mayer