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Hoffnung für den Schandlfeck

Altes Amtsgericht Hoffnung für den Schandlfeck

Der Putz bröckelt, Schieferplatten stürzen von der Fassade und die Holzbalken modern vor sich hin. Das alte Amtsgericht in der Borngasse ist ein Schandfleck an einem zentralen Punkt in der Kirchhainer Altstadt.

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Das alte Amtsgericht in Kirchhain soll in alter Schönheit erblühen.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Jetzt besteht neue Hoffnung für das eigentlich schon dem Untergang geweihte Gebäude. Wie Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) während der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mitteilte, beabsichtigt die Firma Schoofs zunächst, mit einem Kostenaufwand von 500.000 Euro das Dach neu zu decken und die Fassade zu sanieren. Der Bestand des Gebäudes sei damit zunächst gesichert, erklärte Kirchner.

Wer so viel Geld in ein Gebäude investiere, habe wohl auch die Absicht, es zu nutzen, äußerte der Bürgermeister die Hoffnung, dass nach vielen Jahren des Leerstands und Verfalls wieder Leben in das Haus Borngasse 33 einziehen werde.

Die Stadt Kirchhain verpflichtet im Rahmen der Altstadtsanierung die Haus- und Grundeigentümer in der Altstadt zur Zahlung von Ausgleichsbeiträgen. Wer aber in der Altstadt alte Bausubstanz saniert, kann 20 Prozent der dabei entstehenden Kosten von seinem Ausgleichsbeitrag abziehen. Dieses Recht wolle auch die Firma Schoofs für sich in Anspruch nehmen. Die Eigentümerin des Einkaufszentrums Mühltor Passage sei mit 150 000 Euro der mit Abstand größte Zahler von Ausgleichszahlungen in der Stadt. Durch die Investition mindere sich die Zahlungsverpflichtung um 100 000 Euro. Die Stadt werde sich nur darauf einlassen, wenn sich das Gebäude als noch sanierungsfähig erweise. Die Verpflichtung zur Sanierung solle im Grundbuch festgeschrieben werden, erklärte Kirchner.

Das Projekt stieß im Ausschuss auf ungeteilte Zustimmung. „Es geht darum, dass das Gebäude nicht weiter verfällt. Die Alternative ist, dass der Status quo als Schandfleck in der Innenstadt bleibt“, fasste der Ausschussvorsitzende Reiner Nau (Bündnis 90/ Die Grünen) die Diskussion zusammen. Der Ausschuss stimmte dem geplanten Vorgehen des Magistrats einstimmig zu.

Geht es nach dem einstimmigen Votum des Haupt- und Finanzausschusses, kann an der Schulstraße und am Bürgerhaus weiterhin unentgeltlich mit Parkscheibe geparkt werden. Das Gremium stimmte der vom Magistrat beantragten unbefristeten Verlängerung des seit einem Jahr laufenden Modellversuchs zu, die Parkplätze rund um das Bürgerhaus nicht länger zu bewirtschaften. Der Modellversuch war gestartet worden, um nach dem Bau des Ärztezentrums mit seinen kostenlosen Parkplätzen am Festplatz die Parkplätze für die Kunden der Innenstadt-Geschäfte attraktiv zu halten. Die beiden Parkautomaten am Bürgerhaus sollen abmontiert und verkauft werden. Die letzte Entscheidung dazu trifft das Stadtparlament am 25. Oktober.

von Matthias Mayer

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