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Historisches trifft auf Modernes

Tag der offenen Tür Historisches trifft auf Modernes

Ein ohrenbetäubender Knall erfüllt die Hintergasse in Langenstein. Die freiwillige Feuerwehr ist sofort zur Stelle - was kein Wunder ist, denn sie hat die Explosion auch zu verantworten.

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Die Jugendfeuerwehr brachte während des Tages der offenen Tür eine historische Pumpe zum Einsatz.Foto: Klaus Böttcher

Langenstein. Die Feuerwehr des Kirchhainer Stadtteils Langenstein demonstrierte den Bürgern ihre Ausrüstung und gab wertvolle Tipps zur Gefahrenabwehr. Als es in der Hintergasse knallte, war sofort ein Martinshorn zu hören.

Man hätte meinen können, dass es eine Explosion gegeben habe und die Feuerwehr ganz schnell informiert worden sei. Doch glücklicherweise war nichts passiert, denn die Kameraden hatten während ihres Tages der offenen Tür nur demonstriert, was passiert, wenn eine Spraydose durch Hitzeeinwirkung explodiert. Und das Martinshorn hatten sie nur ganz kurz eingeschaltet: bei der Rundfahrt mit Kindern durch den Ort.

„Wir wollen der Bevölkerung die Feuerwehr mal wieder etwas näher bringen“, sagt der Wehrführer und Vorsitzende des Feuerwehrvereins Walter Schmitt.Und so stellte die Feuerwehr ihr Tragkraftspritzenfahrzeug und den Gerätewagen „Umweltschutz“ der Wehr Kirchhain Mitte aus. Hinzu kam ein Einsatzleitfahrzeug, mit dem die Langensteiner den Kindern den Wunsch erfüllten, in einem Feuerwehrauto mitzufahren.

Die recht aktive Langensteiner Jugendfeuerwehr, die beim Kreisentscheid den zweiten Platz erzielte, kümmerte sich um die Kinderbetreuung. Um den Druck am Strahlrohr für das Zielspritzen zu erzielen, setzten sie eine historische Pumpe ein: Sie besteht aus einer Art Bollerwagen, den zwei bis vier Kameraden zogen. Darauf befindet sich ein Wasserbehälter und darin eine Pumpe, die von zwei Männern bedient wurde. An die Pumpe angeschlossen war der Schlauch mit dem Strahlrohr.

Wann diese Spritze in Langenstein im Einsatz war, wusste keiner der Feuerwehrleute mehr zu sagen. In den 1950er Jahren hätte die Wehr eine Tragkraftspritze auf einem Anhänger gehabt, der von einem Traktor gezogen wurde. Und 1964 hätte die Wehr ihr erstes Auto bekommen, erinnerte sich der Wehrführer.

Für die Kinder gab es Vorführungen am Rauchsimulationshaus durch die Kameraden aus Betziesdorf. Den erwachsenen Besuchern zeigte Gerhard Henz, was passiert, wenn in Brand geratenes Fett mit Wasser gelöscht wird oder wenn eine Spraydose extremer Hitze, zum Beispiel direkter Sonneneinstrahlung, ausgesetzt ist. Im ersten Fall waren die Besucher von der meterhohen Stichflamme beeindruckt. Bei der Spraydose waren sie froh, dass sie sich die Ohren zugehalten hatten und die Dose in einem Käfig explodierte.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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