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Ostkreis Historiker archiviert seltene Exponate
Landkreis Ostkreis Historiker archiviert seltene Exponate
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18:12 03.12.2013
Fritz Brinkmann-Frisch, Therese Komkowski und Herbert Köller stellten Heinrich Wegener (Zweiter von rechts) vor. Foto: Rinde
Stadtallendorf

Zahlreiche Stadtallendorfer haben dem DIZ etwas geschenkt, geliehen oder hinterlassen, was für die Stadtgeschichte von hohem Wert ist. Vieles davon ruht noch in den Archiven, auf dem Dachboden des Aufbaugebäudes etwa. Allein mehr als 10000 Fotos finden sich im Bestand. Damit am Ende wirklich alles auch sachgerecht erfasst ist, gibt es seit einigen Wochen eine befristete Stelle im DIZ/Stadtmuseum. Heinrich Wegener befasst sich mit der Inventarisierung. Dazu nutzt er eine zeitgemäße Software, empfohlen von der Museumsberatungsstelle.

„Im Tagesgeschäft kann ich das alleine nicht leisten“, sagt Fritz Brinkmann-Frisch, Leiter des DIZ, der froh über die Unterstützung ist. Heinrich Wegener kennt die Stadtgeschichte bereits aus anderen Projekten, etwa bei der Gestaltung des aktuellen Ausstellungskataloges oder von der Konzeption der Stadtmusuems-Einrichtung seinerzeit. Seine Stelle finanziert der Stadtallendorfer Heimat- und Geschichtsverein im Verbund mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Landeswohlfahrtsverband. „Wir konnten helfend eingreifen. Denn wir wollen dazu beitragen, dass das Inventar ordentlich erfasst wird und damit auch für Wechselausstellungen und die weitere Forschung bereitsteht“, sagt Herbert Köller, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Es bleibt beileibe nicht bei der Erfassung und Einschätzung von historischen Bildern. Heinrich Wegener wird auch die größeren Exponate fotografieren und die Bilder entsprechend archivieren. Darunter sind so einige Exponate, die selbst kleine Geschichten erzählen. Die ganz großen möglichen Ausstellungsstücke, wie eine frühere Feuerwehrspritze oder Teile eines Triebwerks eines V1-Geschosses, lagern im Keller des früheren Marli-Kinos, einer Art „Notlager“ für das DIZ.

Weitere Exponate aus Allendorfs und Stadtallendorfs Geschichte sind weiterhin gerne willkommen. „Wir brauchen allerdings keine weiteren Munitionskisten“, verdeutlicht Fritz Brinkmann-Frisch. Gesucht sind beispielsweise Exponate aus der Zeit von Flucht und Vertreibung, Dinge des täglichen Lebens in der Vergangenheit, aber auch Überbleibsel aus früheren Wirtschaftsunternehmen. Heinrich Wegener präsentierte beim Besuch der OP Werbematerial der Firma Fernschaltbau GmbH, die in Allendorf einst ansässig war, dort unter anderem Schaltschränke montierte, was heute eher in Vergessenheit geraten ist. Gleich neben diesem Material liegt ein Reservistenstab aus Zeiten der Panzerbataillone, die in Stadtallendorf stationiert waren. Angesichts der Fülle an schon vorhandenem Material appelliert Herbert Köller in Richtung Politik und Verwaltung, einen weiteren Ausbau des Stadtmuseums nicht zu weit in die Ferne zu verschieben. „Wir brauchen mehr Ausstellungsfläche und Forschungs-Arbeitsplätze wie sie in einem Museum nötig sind“, sagt Köller und mahnt dabei auch eine entsprechende Personalausstattung an.

Der 57-jährige Heinrich Wegener ist studierter Historiker mit einer größeren Archiverfahrung: So arbeitete er bereits im Staatsarchiv Marburg. „Außerdem habe ich eine ähnliche Aufgabe wie im DIZ auch schon in Ziegenhain übernommen“, sagt Wegener.

von Michael Rinde

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