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Hilferuf scheitert an defekter Leitung

Stadtallendorf Hilferuf scheitert an defekter Leitung

Die Stadtallendorferin Meike Henkel und ihr erkrankter Freund gerieten in der Nacht zum 22. August in Panik, als sie vergeblich versuchten, den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu erreichen.

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Bei der Einweihung öffnet eine Besucherin die Tür zur neuen Bereitschaftsdienstzentrale.

Quelle: Archivfoto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Mitten in der Nacht erwachte der Freund der Stadtallendorferin Meike Henkel. Ihn plagte akute Atemnot, er hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Wie sich laut Henkel später herausstellen sollte, litt er unter einer schweren Infektion. Meike Henkel wählte die Rufnummer der ärzlichen Bereitschaftsdienstzentrale in Stadtallendorf, die 064 28 / 27 27, zuständig für den gesamten Ostkreis. Doch statt Freizeichen und Ansagedienst hörte sie nur „kein Anschluss unter dieser Nummer“.

Beide bekamen immer größere Panik. Deshalb rief eine Angehörige unter der Notrufnummer 112 an. Der Ansprechpartner in der Leitstelle stellte zunächst diverse Fragen und machte dann laut Henkel die Aussage, dass die Rufnummer der Bereitschaftsdienstzentrale schon längere Zeit defekt sei. Der Anruf wurde dann noch einmal weitergeschaltet, offenbar zur Zentrale des Roten Kreuzes. Dort kommen im Normalfall auch die Anrufe von Patienten an, wenn die Bereitschaftsdienstzentrale nicht besetzt ist. Der dortige Gesprächspartner ließ sich noch einmal sämtliche Details schildern, einschließlich der Personalien, und kündigt einen Rückruf an. Der kam auch fünf Minuten später mit der Mitteilung, dass ein Rettungswagen komme. Eine halbe bis dreiviertel Stunde vergingen nach Schätzung von Meike Henkel zwischen erstem Anruf und dem Eintreffen der Hilfe.

Dr. Ortwin Schuchardt erfuhr durch die Nachfrage der OP von den Ereignissen. Für ihn und seine Kollegen war die Aussage, dass es Probleme mit dem Telefon gibt, völlig neu. In den vergangenen Tagen gab es deshalb bereits erste detailierte Überprüfungen der Ärzte, bisher aber ohne Ergebnis.

von Michael Rinde

Mehr lesen Sie am Freitag in der gedruckten OP.

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