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Ostkreis Hilfe für Eltern hilft gegen den Schmerz
Landkreis Ostkreis Hilfe für Eltern hilft gegen den Schmerz
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16:20 03.07.2013
Edith Martin steht zwischen Pflanzen in ihrem Garten, der der engagierten Frau „für ihre Seele wichtig ist.“Foto: Klaus Böttcher
Hatzbach

Die Vereinsgründung erfolgte 1985 durch eine Hand voll Eltern, die sich auf der Station in ihrer schlimmen Situation zusammengefunden haben. Edith Martins zehnjähriger Sohn Christoph ist in dem Jahr an einem Gehirntumor gestorben. Zusammen mit den anderen betroffenen Eltern wollten sie die Familien und besonders die kranken Kinder, die auf der Kinderkrebsstation der Universitätsklinik behandelt wurden entlasten und unterstützen.

Edith Martin war als Gründungsmitglied zunächst Beisitzerin, ab 1990 zweite Vorsitzende. Seit 1998 ist sie die Vorsitzende des Vereins der heute 140 Mitglieder hat. „Dazu zählen nicht nur Eltern, sondern Angehörige, Freunde, Pflegekräfte und Ärzte der Kinderklinik“, sagt sie. „Es war sehr wichtig für uns, dass wir in der Biegenstraße eine Wohnung anmieten konnten. Es waren Familien da, manchmal sogar aus dem Ausland, die mussten untergebracht werden“, erinnert sich Martin an das Jahr 1987.

Die Wohnung hat der Verein 2006 aufgegeben, als die Kinderklinik auf die Lahnberge zog. „Wir waren traurig, trotzdem es in der neuen Klinik schön war“, erzählt Edith Martin und schwärmt von dem Flair der alten Kinderklinik: „Die hatte eine Seele.“ Dort hatten die Vereinsmitglieder ein Spielzimmer eingerichtet und die Station menschlicher, ja familiär eingerichtet. „Das fing mit der simplen Elternliege an, die gefehlt hat. Ich habe das selbst unangenehm erlebt“, erzählt die engagierte 71-Jährige und stellt heraus: „Die Ärzte und das Pflegepersonal haben uns immer unterstützt.“

„Ich war jahrelang wöchentlich zu Besuch in der Klinik und habe sehr viele Kontakte zu Eltern gehabt.“ Dabei sei sie zu einem Organisationstalent geworden, da sie in Hatzbach wohnt und kein Auto besitzt. Die Arbeit im Verein habe ihr sehr geholfen den Schmerz zu verarbeiten, zumal acht Jahre nach Christoph ihr Mann an einer unheilbaren Krebserkrankung gestorben ist.2012 kam das Aus für die Marburger Kinderonkologie und die Verlegung nach Gießen. „Wir haben Bauchschmerzen bekommen. Was wird mit unserem Verein, was wird mit den Eltern?“, formuliert es Martin rückblickend und gibt die Antwort: „Unser Entschluss stand bald fest: Die Eltern brauchen weiter Unterstützung, wir suchen eine neue Bleibe.“ Im Steinweg 32 wurde ein ehemaliges Ladenlokal zu einem Stützpunkt eingerichtet, in dem Familien weiter Unterstützung und vielfältige Hilfe erfahren. Eine Diplompädagogin und Fachkinderschwester hatte der Verein schon eingestellt. Hinzu kam ein Fachkinderpfleger, so dass Betroffene im Steinweg 32 professionelle Hilfe bekommen.

Hoffnung auf weitere Spender

„Wir hoffen, dass wir das weiter durchhalten können. Das ist ja auch ein finanzielles Problem“, sagt Martin und weist darauf hin, dass der Verein auf Spenden angewiesen ist. Sie hofft, dass sich durch ihre Ehrung nun auch neue Spender finden.

Edith Martin möchte sich so lange es geht weiter im Verein engagieren. Die Kraft dazu findet sie durch ihre Arbeit im Garten und ihre Enkeltochter, die zweijährige Lilli, die mit der Familie ihres Sohnes im gleichen Haus lebt.

von Klaus Böttcher

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