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Bäume fallen, Anlieger sind verärgert

Herrenwaldkaserne Bäume fallen, Anlieger sind verärgert

So recht verstehen können einzelne Bewohner des Schmiedewegs das nicht, was am Rande des Kasernenzaunes mit zahlreichen Bäumen geschehen ist.

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Bisher waren die Gebäude durch Bäume verdeckt. Nach der Fällung sind dort jetzt Kanalarbeiten geplant.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Es war im Februar, also zu einer Zeit, in der Baumfällarbeiten noch zulässig waren. Ein Bewohner des Schmiedewegs traute nach eigener Aussage seinen Augen nicht. Auf dem Kasernengelände auf der anderen Straßen­seite waren sämtliche Bäume gefällt. Der Baumstreifen befand sich bisher zwischen Gebäuden der Herrenwaldkaserne und dem vor einiger Zeit ­erneuerten Bundeswehr-Zaun. „Ich kann das nicht verstehen, warum das in dem Umfang sein musste. Nach meinem Eindruck befanden sich viele alte Bäume ­darunter, die auch von Vögeln genutzt wurden“, sagt er bei seinem Anruf bei der OP-Redaktion. Er war selbst schon tätig geworden, hatte sich bei Behörden erkundigt und beschwert. Ohne Erfolg. „Da sagte man mir, dass man nichts machen könne“, so der Anwohner.

Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr mit Sitz in Bonn ist im Fall der gefällten Stadtallendorfer Bundeswehr-Bäume zuständig. Sie beantwortete die Fragen, die die OP zunächst an die Division Schnelle Kräfte als Haus­herren gerichtet hatte.

Grund: Sanierung der Kanalisation der Kaserne

Zunächst lag die Vermutung nahe, dass die Baumfällungen auch mit den Folgen von Orkan Friederike zusammenhängen könnten. Doch dem war nicht so. Demnach war die Baum­fällung nötig, weil an dieser ­Stelle ein Teil der Kanäle der ­Kaserne verläuft. Die Kanali­sation der Herrenwaldkaserne wird derzeit mit großem Aufwand ­saniert.

Hinzu kommt aus Bundeswehrsicht noch ein weiterer Punkt: „Die gefällten Bäume wiesen bereits zu einem großen Teil Schäden auf. Somit war ihre Standsicherheit nicht mehr gegeben“, erklärt ein Sprecher des Bundesamts gegenüber der OP. Allein wegen des großen Verkehrssicherheitsrisikos für das angrenzende Gebäude und die anliegende Straße hätten die geschädigten Bäume gefällt werden müssen, verteidigt die Bundeswehr die Abholzungen rund um die betreffenden Kasernengebäude.

Keine Abstimmung mit Naturschutzbehörde

Allerdings waren die Fällungen nicht mit den Naturschutzbehörden abgestimmt, wie das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen auf Nachfrage mitteilt. Jetzt soll der naturschutzrechtliche Ausgleich für die Fällungen „zeitnah“ mit der Naturschutzbehörde abgesprochen werden. Es seien Wiederaufforstungen auf Bundeswehrgelände geplant, so der Bundes­amtssprecher.

Bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises sind die Baumfällungen durch einen Anwohnerhinweis seinerzeit aktenkundig geworden. Momentan ist dort das Thema aber noch in Arbeit. „Wir wissen von den Fällungen und prüfen derzeit noch den Sachverhalt“, erklärte Sascha Hörmann von der Pressestelle der Kreisverwaltung auf Anfrage der OP am Donnerstag. Unabhängig davon ist es auch durchaus möglich, dass am Ende Bundes- oder Landesbehörden in diesem Falle zuständig wären. All das wird in nächster Zeit noch zu klären sein.
Orkan Friederike hat unab­hängig davon auch auf dem Gelände der Herrenwaldkaserne zu einzelnen Windwürfen und Kronenabbrüchen geführt.

von Michael Rinde

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