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Ostkreis Helfer helfen und ahnden nicht
Landkreis Ostkreis Helfer helfen und ahnden nicht
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19:27 03.01.2012
Die beiden Bürgermeister Thomas Groll (links) und Jochen Kirchner (rechts) nehmen die beiden neuen freiwilligen Polizeihelfer Birgit Follmann aus Neustadt und Hans-Georg Neurath aus Kirchhain in die Mitte. Quelle: Klaus Böttcher

Kirchhain. In Kirchhain gibt es seit fünf Jahren den freiwilligen Polizeidienst und mittlerweile fünf ehrenamtliche Helfer. In Neustadt wurden die ersten zwei Helferinnen im Polizeidienst 2008 eingesetzt. Nach dem Ausscheiden von je einer Helferin in Kirchhain und Neustadt aus dem freiwilligen Polizeidienst wurden zwei neue Ehrenamtliche im Kirchhainer Rathaus in ihr Amt eingeführt.

In Neustadt wird zukünftig neben Christiane Manhenke-Busch auch Birgit Follmann im Einsatz sein. In Kirchhain unterstützt jetzt Hans-Georg Neurath das aus Horst Meier, Gerhard Ott, Jakob Müller und Heidi Jung bestehende Team.

Im Beisein der Bürgermeister Thomas Groll (Neustadt) und Jochen Kirchner (Kirchhain) sowie der Leiter der jeweiligen Ordnungsbehörde und der Polizeispitze des Kreises erläuterte Polizeihauptkommissar Renee Kopsch den freiwilligen Polizeidienst. Kopsch ist als Leiter der Führungsgruppe für den Freiwilligen Polizeidienst (FPD) im Kreis zuständig. Die Helfer im FPD seien tatsächlich Helfer und nicht Ahnder, verdeutlichte er. „Wir zeigen Präsenz und kommunizieren mit den Bürgern“, stellte Kopsch heraus. Die Helfer würden beobachten, gegebenenfalls weiter melden und – wenn nötig – im Rahmen ihrer Befugnisse einschreiten.

Die freiwilligen Polizeihelfer werden bei der Polizeidirektion Marburg in 50 Stunden ausgebildet. Der Dienst ist ab dem 18. Lebensjahr möglich. Derzeit gibt es im Kreisgebiet 19 Helfer im Alter von 27 bis 63 Jahren. Sieben Helfer haben einen Migrationshintergrund und kommen aus den unterschiedlichsten Ländern, sagte  Kopsch. Dadurch könnten Bürger mit Migrationshintergrund oft auch in ihrer Muttersprache erreicht werden. Die Helfer bekommen eine Aufwandsentschädigung von 7 Euro in der Stunde und können bis zu 25 Stunden im Monat eingesetzt werden.

Der Polizeipräsident Manfred Schweizer sprach im Zusammenhang mit dem Freiwilligen Polizeidienst (FPD) von einer Erfolgsgeschichte, die es seit zehn Jahren gebe. In Mittelhessen engagierten sich 87 Bürger aus 13 Kommunen für den FPD, erklärte er und betonte. „Wir wollen mehr Präsenz auf der Straße haben.“

Neustadts Bürgermeister Thomas Groll erklärte, dass die Polizeihelferinnen nach anfänglicher Skepsis in der Stadt anerkannt seien. 2009 sei der FPD Thema im Karneval gewesen, aber heute sei er Normalität.

Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner stellte fest: „Mit dem Einsatz freiwilliger Polizeihelfer haben wir das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung  gestärkt.“ Der Einsatz habe sich in den fünf Jahren in Kirchhain bewährt und etabliert. „Unsere Helferinnen und Helfer sind in der Öffentlichkeit gerne gesehen und insbesondere bei Großveranstaltungen unverzichtbar geworden.“

Jochen Kirchner nannte ein paar Zahlen aus der Kirchhainer Statistik der vergangenen fünf Jahre: 4 083 Einsatzstunden, 7 757 Bürgergespräche, 37 Personalienfeststellungen, 11 Platzverweise und 759 Verwarnungen.

von Klaus Böttcher