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Heiraten im Großseelheimer Heimatmuseum

Trauung auf dem Land Heiraten im Großseelheimer Heimatmuseum

Bislang konnten sich Brautpaare in Kirchhain allein im historischen ­Rathaus trauen lassen. Jetzt ist das auch auf dem Land möglich.

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Karin Grix sitzt an ihrem Arbeitsplatz. Umrahmt wird die Standesbeamtin im neuen Trauzimmer von Helmut Hofmann, Olaf Hausmann, Jürgen Rößler, Günter Böth und Brigitte Ludwig.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Am Dienstagnachmittag wurde die Tenne des Großseelheimer Heimatmuseums ihrer neuen Bestimmung als Trauzimmer übergeben. Bis zu 30 Hochzeitsgäste finden im großartigen Ambiente des Raums Platz.

Zwei Großseelheimer Brautpaare haben sich bereits für eine Trauung im Heimatmuseum angemeldet, berichtete Ortsvorsteher Helmut Hofmann und bekundete: „Ganz Großseelheim freut sich über diesen Tag. Die letzte standesamtliche Trauung im Dorf gab es 1974 vor dem Zusammenschluss mit Kirchhain.“ Das Trauzimmer wird Kirchhainer Paaren aus dem ganzen Stadtgebiet zur Verfügung stehen, stellte der Ortsvorsteher fest und warb dafür, gleich die ganze Hochzeit in Großseelheim zu feiern. Die Infrastruktur für große und kleine Feste sei mit dem Bürgerhaus und der örtlichen Gastronomie vorhanden.

Hausherr des in der alten Schmiede im Ortszentrum untergebrachten Heimatmuseums ist Günter Böth, der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins. Der Vorstand ­habe einstimmig zugestimmt, als die Eigentümerin des Gebäudes mit ihrem Anliegen auf den Trägerverein zugekommen sei. Günter Böth sprach von einer guten Idee, die der Verein nach Kräften unterstütze. Zu dieser Unterstützung gehört, dass die Mitglieder des Vereins immer wieder die Tenne umräumen werden. Denn der helle und attraktive Raum werde weiterhin für private Feiern vermietet und für Veranstaltungen genutzt.

Und das muss gründlich geschehen, denn im Trauzimmer darf nichts rumstehen, was nicht reingehört. Der Raum müsse dem Anlass entsprechend würdig sein, nannte Jürgen Rößler vom für das Standesamt zuständigen Fachdienst 3. Außerdem müsse der Raum wetterfest sein und unter Hoheit der Stadt stehen, nannte er weitere Voraussetzungen, die in Großseelheim alle gegeben seien. Dem stimmte die Standesbeamtin Karin Grix gerne zu. „Ich finde, der Raum ist sehr schön hergerichtet worden. Brigitte Ludwig hat die Dekoration mit glücklicher Hand ausgesucht“, sagte sie.

Einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung der Dekoration leistete der Singkreis. Die Stadt Kirchhain spendierte cremefarbene Hussen für die Stühle, die für das Brautpaar mit Schleifen verziert sind.

Dem wegen der Örtlichkeit naheliegenden Gedanken, im Heimatmuseum Paare in Tracht zu trauen, teilte Karin Grix eine Absage. Und das trotz ihrer Affinität zu Trachten, die sie als Mitglied der großen Langensteiner  Volkstanzgruppe zweifellos hat.  Die evangelische Marburger Tracht schreibe für die Brautleute die Farbe Schwarz vor. Die Braut trage lediglich ein weißes Tuch im Haar. Schwarz zu einer Hochzeit passe einfach nicht in die heutige Zeit, erklärte sie.

Bevor die Standesbeamtin erstmals an ihrem neuen Arbeitsplatz Platz nahm, musste sie das alte Bräuche und Traditionen pflegende Dorf der Mundart-Gottesdienste und des Mundart-Theaters ein weiteres mal enttäuschen. Auch Trauungen auf Platt seien nicht möglich, weil Amtshandlungen auf Hochdeutsch vollzogen werden müssen. Außerdem seien einige Begriffe der Trau-Agenda nicht in die Mundart zu übersetzen.

Bürgermeister Olaf Hausmann berichtete, dass die Stadt nach einem zweiten Trauzimmer in den Stadtteilen gesucht habe – auch mit dem Ziel, als Stadtverwaltung mehr in den Orten präsent zu sein. Das Großseelheimer Museum sei von Beginn an eine Option gewesen. Nach einer Besichtigung des ganzen Museums sei die Wahl auf die Tenne gefallen, sagte der Bürgermeister, der die Kooperations- und Hilfsbereitschaft des Heimat- und Verschönerungsvereins würdigte.

Eine Besonderheit: Brautpaare können das Trauzimmer nach ihren Vorstellungen gestalten. Wer dort heiraten will, kann sich beim Kirchhainer Standesamt unter der Telefonnummer 0 64 22/8 08-3 00 anmelden. Ansprechpartnerin für die Details vor Ort ist Brigitte Ludwig.

von Matthias Mayer

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