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Ostkreis Abschied nach sehr bewegten Zeiten
Landkreis Ostkreis Abschied nach sehr bewegten Zeiten
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22:02 13.04.2018
Heinz Frank lehnt an einen Streifenwagen vor der Polizeistation in Stadtallendorf. Ab Mai ist er Chef der Station in Marburg. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Zum 1. Mai übernimmt der Erste Polizeihauptkommissar Heinz Frank die Leitung der Polizeistation Marburg. Er bestätigte auf Nachfrage entsprechende Informationen der OP. Er löst dort seinen Kollegen Gerhard Keller ab. Wer sein Nachfolger in Stadtallendorf wird, steht derzeit noch nicht fest.

Stadtallendorf - die Stadt der unterschiedlichsten Mentalitäten

Seit Dezember 2013 ist Frank Leiter der Polizeistation Stadtallendorf, die zuständig ist für den gesamten Ostkreis. Rückblickend sagt er: „So eine ereignisreiche Zeit mit so vielen Ereignissen und Menschen mit so unterschiedlichen Mentalitäten habe ich vorher noch nicht erlebt.“ Er ist seit 1979 im Dienst und hat unterschiedliche Stationen in diesen Jahrzehnten erlebt.

In seine Zeit als Stadtallendorfer Stationsleiter fiel der Aufbau der beiden Erstaufnahmeeinrichtungen in Neustadt und Stadtallendorf, die Kirchhainer Diskussionen um Notquartiere, die Brandserie in Stadtallendorf oder auch die Beschädigungen von Autos in der Kirchhainer Innenstadt. Jüngstes Ereignis war der Aufstieg des TSV Eintracht Stadtallendorf in die Regionalliga mit allen Sicherheits-­Herausforderungen, die das mit sich brachte und bringt. Die Einsätze von Polizei und Ordnern müssen koordiniert, der ständige Dialog mit dem TSV geführt werden.

Die Flüchtlingskrise war eine besondere Zeit

Durch die Entstehung der Erstaufnahmeeinrichtungen in Neustadt und später dann auch in Stadtallendorf wuchsen die Herausforderungen und die zeitlichen Belastungen für die örtliche Polizei immens. „Ganz besonders gefreut hat mich dabei, dass das, was wir erlebt haben, auf breiten Schultern mitgetragen und gestemmt worden ist“, lobt er seine Stadtallendorfer Kollegen.

Die Flüchtlingskrise war eine besondere Zeit, in deren Folge auch das Sicherheitsgefühl der Menschen im Ostkreis immer mehr in den Fokus rückte. Eine Umfrage der Stadt offenbarte bei einer Frage, dass sich Bürger in Stadtallendorf nicht überall sicher fühlen. Frank ließ das seinerzeit keine Ruhe. Er wollte mehr über mögliche Defizite wissen – und initiierte eine detaillierte Untersuchung der Hochschule für Polizei und Verwaltung. Sie kam zu sehr differenzierten Ergebnissen. Unter dem Strich, so zeigte sich aufgrund der Fallzahlen, ist Stadtallendorf eine vergleichsweise sichere Stadt.

Im Dialog mit Schulen, Politik, Kirche

n jenen knapp viereinhalb Jahren seiner Zeit als Stationsleiter suchte Heinz Frank immer wieder den Dialog mit Schulen, der Politik oder auch den verschiedenen Kirchengemeinden einschließlich der unterschiedlichen Moscheen im Ostkreis. Neben der realen Sicherheitssituation legt Frank auch Wert auf die Wahrnehmung der Bürger.

„Wir müssen schon schauen, was für einen Anspruch die Bürger an ihre Polizei haben und was sie bewegt“, beschreibt er sein generelles Vorgehen. So will er es auch am neuen Einsatzort Marburg halten. Natürlich nehme er wahr, worüber in Marburg in puncto Sicherheit diskutiert werde und nennt das Marktdreieck samt Lahnterrassen oder den Jägertunnel exemplarisch. „Ich möchte die objektive Sicherheit wie auch das Sicherheitsgefühl der Menschen dort im Blick haben, weiß aber auch, was für eine Herausforderung mich erwartet."

Weiterhin mit dem Rad zur Arbeit

Dass er Stadtallendorf nunmehr verlässt, schmerzt ihn. Es tue ihm sehr weh. Er habe im Ostkreis sehr viele Menschen kennen und schätzen gelernt, die an Problemen sachorientiert und konstruktiv mitarbeiteten. Daraus habe es auch viele Erfolgserlebnisse für die Polizei und ihn persönlich gegeben.

Eines ändert sich im Übrigen nicht. Wie in der Vergangenheit will Heinz Frank mit dem Fahrrad zu seiner Dienststelle fahren, künftig nun eben von Stadtallendorf nach Marburg.

von Michael Rinde

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