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Ostkreis Heideprojekt bedeutet stetiges Lernen
Landkreis Ostkreis Heideprojekt bedeutet stetiges Lernen
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17:45 27.08.2015
Gerhard Wagner, begleitet von den beiden Pferdestuten, gab den Besuchern Erläuterungen. Foto: Heinz-Dieter Henkel
Langendorf

Beim Treffen der Exkursionsteilnehmer an der Langendorfer Dorfkirche stellte sich heraus, dass die Interessierten zum Teil umweltbewusst mit dem Fahrrad angereist waren. Der Fußweg zur nahen Wacholderheide war bei guten äußeren Bedingungen schnell zurückgelegt. Exkursionsleiter Gerhard Wagner berichtete am großen Einlassgatter über die Entstehungsgeschichte des inzwischen seit acht Jahren bestehenden Naturschutzprojekts. Mit Unterstützung des Landkreises, der Gemeinde Wohratal, der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz sowie der Willy-Bauer-Naturschutzstiftung fanden sich seinerzeit fünf heimische Naturschützer zusammen, die eine Gesellschaft gründeten, sich wie ein landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb registrieren ließen und damit begannen die zahlreichen Besitzer des nordwestlich der Ortslage gelegenen etwa 15 Hektar großen Areals abzufinden oder mit ihnen Grundstücke zu tauschen.

Ziel war es, die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche mit ihren vier Naturdenkmalen zusammenzufassen. Dabei wollte man dem Leitbild der halboffenen Weidelandschaft folgen und eine große Fläche nur noch extensiv durch Ganzjahresbeweidung bewirtschaften. Noch heute wird eine kleinere Fläche am Rande der Wacholderheide landwirtschaftlich intensiv aber ökologisch genutzt. „Das stört uns nicht sonderlich“, sagte Wagner, der auch dieses Teilstück gerne in sein Projekt integriert hätte.

Wie viel Arbeit auf die Betreiber jährlich zukommt wird kaum deutlich. Obwohl einige Flächen gar nicht bearbeitet werden und durch zahlreiche Ameisenhaufen gekennzeichnet sind, fallen jedes Jahr Mäharbeiten an. So muss zum Beispiel der zweieinhalb Kilometer lange Weidezaun, der im Übrigen mit Solarstrom betrieben wird, einmal jährlich freigeschnitten werden.

Die Wacholderheide am oberen Rande des Geländes gelegen, droht in jedem Jahr von schnellwachsenden Büschen und Birken überwuchert zu werden. Auch dort sind die inzwischen nur noch vier Landschaftspfleger gefordert Abhilfe zu schaffen.

Der große Unterstand, der für die Unterbringung der Ziegen im Winter gebaut werden musste, wird heute nur noch als trockene Unterstellmöglichkeit von Nahrung für die Winterfütterung oder als Einfanghilfe für Tiere genutzt. „Die Ziegen haben wir schnell abgeschafft“, berichtete der ehemalige Biologielehrer. „Die haben mehr Schaden als Nutzen gebracht“, so Wagner weiter. Inzwischen leben neben knapp 15 Galloway-Rindern beziehungsweise deren Nachwuchs, 5 Heidschnucken sowie 2 Tarpane auf der Fläche. Die beiden Stuten sind rückgezüchtete europäische Wildpferde, die vom Wildpark Knüll an die Bentreff kamen und sich auf der großen freien Fläche wohl fühlen. Sie sollen mit ihren Mitbewohnern den Magerrasen kurz halten und unerwünschte Gehölze zurückdrängen. „Wir lernen jährlich dazu“, meinte Wagner abschließend. Er sucht noch immer eine Möglichkeit die Birke auf natürliche Art zurückzudrängen. „An diese Sprösslinge will einfach kein Tier ran.“

von Heinz-Dieter Henkel

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