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Ostkreis Feuerwehr dämmt Chemikalien ein
Landkreis Ostkreis Feuerwehr dämmt Chemikalien ein
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17:01 05.09.2018
Bei einem Industrieunternehmen in der Stadtallendorfer Rheinstraße ist beim Reinigen einer Maschine ein bislang unbekannter Stoff ausgetreten. Die Feuerwehr dichtete in Schutzanzügen das Leck ab. Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf (Aktualisierung 16.50 Uhr)

Gegen 11.30 Uhr kam es zum Alarm für die Stadtallendorfer Feuerwehren. Ein Gefahrstoff-Einsatz bei einem Industriebetrieb in der Rheinstraße war Auslöser. Was war passiert? Nach bisher bekannten Informationen sollten bei einer Färberei verbrauchte Chemikalien von einer Spezial­firma abgepumpt und entsorgt werden. Nach Angaben der ­Polizei und ersten Erkenntnissen könnte eine Chemikalie in einen falschen Tank gepumpt worden sein.

Es kam nach Angaben der Feuerwehr zu einem Kontakt zwischen Schwefelsäure und Chlorbleiche. Was für ein Gemisch dabei letztlich genau entstand, ist noch zu prüfen. „Wahrgenommen wurde ein Chlorgeruch“, sagt Dirk Mann, ­Pressesprecher der Stadtallendorfer Feuer­wehren, gegenüber der OP. Das Weitere müssen nun Experten von zwei Behörden des Regierungspräsidiums Gießen ­klären, der Abteilung Arbeitsschutz und der Umweltabteilung.

In Stadtallendorf ist die Feuerwehr im Einsatz. Auf dem Gelände eines Industrieunternehmens in der Rheinstraße sind Chemikalien ausgetreten.

Dem Regierungspräsidium lagen gestern Nachmittag noch keine ­Erkenntnisse zu Ablauf und ­Ursache des Unglücks vor. Die Experten waren während des gesamten Nachmittags vor Ort.

Die Firmenleitung hatte umgehend reagiert und den Betrieb evakuiert. Zwei 49-jährige Mitarbeiter der Firma wurden nach derzeitigen Erkenntnissen mit leichtenVerletzungen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert. Außerdem wurde ein 31 Jahre alter Lkw-Fahrer vor Ort behandelt.

Für die Feuerwehr wurde es ein langwieriger und schweißtreibender Einsatz. Nur in ­speziellen Schutzanzügen mit Atemschutzgeräten ließ sich der Ort der Havarie betreten. Trupps von jeweils zwei Mann gingen für jeweils 20 Minuten daran, die Leckage abzudichten und die Chemikalien zu sichern.

Die hohe Zahl von insgesamt 50 Einsatzkräften war schon ­allein notwendig, um genügend Atemschutz-Träger in Bereitschaft zu haben. Kernstadt-Wehr und die Wehren aus Niederklein, Erksdorf, Hatzbach und Wolferode waren am Einsatzort. Schweinsbergs Wehr stand im Gerätehaus in Bereitschaft, falls es zu weiteren Einsätzen gekommen wäre.

Messgruppe stellt keine Belastungen fest

Eine ganz wichtige Rolle spielte von Anfang an die Messgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Marburg: Sie ­untersuchte die Luft am Einsatzort und in der Umgebung auf möglicher­weise ausgetretene ­Schadstoffe. Polizei und Feuerwehr gaben aber schon frühzeitig Entwarnung. Es habe keinerlei Gefahr für die Bevölkerung bestanden, heißt es unter anderem von Polizeisprecher Jürgen Schlick. Die weitere Ermittlungsarbeit liegt nun bei den Behörden des ­Regierungspräsidiums. ­Gestern ging die Polizei davon aus, dass der Betrieb in dem Unternehmen, einer Färberei, erst zur gestrigen Nachtschicht wieder aufgenommen werden kann.

Für die Feuerwehr endete der Einsatz mit dem Belüften der Halle. Die Abfuhr der Chemikalien ist nun Sache von Spezialisten. Einsatzende war gegen 14.30 Uhr. Bis 16 Uhr dauerte es, bis alle Fahrzeuge wieder ausgerüstet waren.

von Michael Rinde