Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Hatzbacher werfen ersten „Stein ins Wasser“
Landkreis Ostkreis Hatzbacher werfen ersten „Stein ins Wasser“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:27 20.11.2015
In Diskussionsrunden sprachen Hatzbacher mit Experten über ihren Ort. Foto: Klaus Böttcher
Hatzbach

Seit 2009 ist der Stadtallendorfer Stadtteil in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen ,und es hat sich in den vergangenen Jahren auch schon einiges getan. Weil auch in Hatzbach, wie in vielen anderen Dörfern, ein Leerstand von Immobilien droht, wurde die „NH ProjektStadt“ (dahinter verbirgt sich die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte) mit dem Leerstandsmanagement beauftragt.

Bei einer Auftaktveranstaltung wurden Bürger informiert und dazu eingeladen, sich einzubringen.

Rund 20 Hatzbacher Bürger begrüßte der Ortsvorsteher Frank Drescher im Bürgerhaus. Er skizzierte den Besuchern, um was es geht. Ein Team von der „NH ProjektStadt“, namentlich Karolin Stirn und Dominik Reimann, hätten schon im September ihre Arbeit in Hatzbach aufgenommen. „Das mit dem Leerstand ist bei uns noch sehr moderat“, erklärte Drescher. Doch der Wegzug von jungen Leuten und viele Zwei-PersonenHaushalte bergen die Gefahr der Überalterung und der Leerstände. „Das wird in den nächsten 10 bis 20 Jahren noch stark zunehmen, wenn wir nicht entgegensteuern“, betonte der Ortsvorsteher und ergänzte: „Der Zerfall von unbewohnten Gebäuden ergibt einen negativen Touch.“ Die Attraktivität des Ortes und dadurch der Zuzug sinken, als Folge fallen die Immobilienpreise. „Deshalb ist es wichtig, dass wir uns den Herausforderungen stellen und aktiv werden. Wir müssen uns alle einbringen.“

Auch Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi stellte die Wichtigkeit des Leerstandsmanagement heraus. Er meinte symbolhaft: „Wir werfen heute einen Stein ins Wasser und erzeugen Wellen.“

Karolin Stirn von dem beauftragten Team erklärte den Hatzbachern detailliert, was der Ortsvorsteher schon angesprochen hatte. Sie beleuchtete zunächst die Ursachen und die Folgen des demografischen Wandels, erklärte aber auch, dass wirtschaftliche Umbrüche und veränderte Immobiliennachfrage ebenso Ursachen für Leerstände seien. Sie sprach von einer Kettenreaktion zum Immobilienleerstand: Die ehemals landwirtschaftlichen Gebäude stehen leer, die Wohnhäuser werden vielfach durch ältere Leute bewohnt, die Investition wird als nicht lohnenswert eingestuft, die Gebäude verfallen schneller, der Ort verliert an Attraktivität, die Bevölkerung wandert ab, was weiteren Leerstand bedeutet. Nachdem Karolin Stirn erklärt hatte, was Leerstandsmanagement ist und erreichen möchte, zog sie ein positives Zwischenfazit für Hatzbach. Das ist die frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema, denn nach den ermittelten Altersstrukturen in den Ortsteilen bestehe durchaus die Gefahr größerer Leerstände in den nächsten 10 bis 20 Jahren. Bei der Entwicklung von Konzepten dem entgegenzuwirken sollen die Bürgerinnen und Bürger auf jeden Fall tatkräftig mitwirken.

Ein erster Schritt dazu waren dann zwei Diskussionsrunden, bei denen die Bürger unter anderem dazu etwas sagen sollten, was ihnen gut oder nicht so gut an Hatzbach gefällt, warum sie gerne dort wohnen oder was ihnen im Ort fehlt. Dabei wurden einige positive, aber auch negative Punkte herausgearbeitet, die für die zukünftige Arbeit schon segensreich sein könnten. Das reichte vom Erhalt von Grundschule und Kindergarten bis zu fehlenden Baugrundstücken und den hohen Kosten bei der Sanierung der Gebäude.

von Klaus Böttcher

Ostkreis Wohra unterstützt Flüchtlinge - Kleine Hilfen mit großer Wirkung

Das Erlernen der deutschen Sprache, das schnelle Finden eines Arbeitsplatzes oder kleine Alltagssorgen - all dies sind Fragen, bei denen Helfer in Wohra lebende Flüchtlinge unterstützen.

20.11.2015
Ostkreis Armin Köhler und hans-Jörg Hellwig - Zwei Fotografen, zwei Motive

Rauschenberg verfügt gleich über zwei herausragende Fotografen, die auch noch eine gemeinsame Wurzel haben: die Naturfotografie.

20.11.2015
Ostkreis Mitmensch: Horst Vaupel - Er ist immer seinen Weg gegangen

Im Jahr 1928 geboren. Die Kindheit und Jugend in Karlsruhe verbracht. Mit 16 Jahren wird er eingezogen. Nach dem Krieg landet er mit seiner Familie (der Vater war Jurist) bei der Großmutter in Kirchhain, weil sie in Karlsruhe ausgebombt worden sind.

20.11.2015