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Hatzbacher besingen "Feste wie diese"

750-Jahr-Feier Hatzbacher besingen "Feste wie diese"

Beim Brauchtumsabend am Donnerstag war der Andrang im Hatzbacher Bürgerhaus riesig. Mehrere hundert Zuschauer verfolgten das Programm.

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Der Projektchor entstand eigens für die Jahrhundertfeier und besang „Feste wie diese“. Kleines Bild: Das Duo Reiner Schmidt (links) und Uwe Jüngst führte die Besucher durch den Brauchtumsabend. Fotos: Kai Erdel

Hatzbach. Während 200 Besucher die Sitzgelegenheiten rund um den vor dem Bürgerhaus aufgebauten Bierpilz belegten, bekamen 300 Besucher im komplett besetzten Bürgerhaus ein abwechslungsreiches vierstündiges Programm geboten. In ihrer Kluft als Hatzjäger führten Reiner Schmidt und der als „Hatzbote“ bekannte Uwe Jüngst durch das Programm.

Mit Bilderserie und einem Film bekamen die Besucher zunächst Eindrücke von einer Kindheit in Hatzbach und der 725-Jahr-Feier. Im Anschluss daran trat der Kinderprojektchor auf und sang unter anderem das von der Hatzbacher Mundartdichterin Erika Lerch getextete Lied „Hatzbach hat Geburtstag“. Als Nächstes waren Gäste aus dem Nachbardorf Erksdorf zu Gast. Die Kinder und die Erwachsenen der dortigen Landjugend zeigten je drei Tänze. Wie eng beide Dörfer verbunden sind, demonstrierte Christoph Ochs von der Landjugend bei der Vorstellung der Kindergruppe. Dabei zeigte sich, dass jedes zweite Kind der Erksdorfer Landjugend aus Hatzbach kommt und somit beide Dörfer gemeinsam für die Erhaltung oberhessischen Brauchtums garantieren.

Der Historiker Armin Sieburg folgte mit einem Vortrag, in welchem er die Geschichte Hatzbach anhand auserwählte Quellen Revue passieren ließ. Angefangen bei der erstmaligen urkundlichen Erwähnung, berichtet er in der Folge von Leid und Schmerz während des 30-jährigen und des 7-jährigen Krieges. Auch Humoriges kam zum Vorschein. So wurde bei einer Schulvisitation 1843 festgestellt, dass die Haushaltsführung des Lehrers besser sein könnte, da drei seiner ledigen Töchter bereits ein Kind bekommen hätten. Zudem waren die Kopfrechenleistungen der Schulkinder durchweg mangelhaft, wogegen der Gesang der Kinder ansehnlich war.

Zur Stärkung gab es unzählinge Butterbrote für die Besucher. In der Vorwoche hatten die Organisatoren im Dorf Wurst, Schinken, Schmalz und Käse

gesammelt. Derart gestärkt hörten die Gäste dem „Kaffeeklatsch“ zu, den Elfriede Schmidt, Brigitte Lerch, sowie Karin und Sabrina Koch auf Hatzbacher Platt auf der Bühne zum Besten gaben. Witzige Begebenheiten kamen darin vor. Auch die Verlässlichkeit der örtlichen Gerüchte diskutierten die Kaffeeklatschteilnehmer. So waren sich alle einig, dass diese stimmen müssen, da man alles von den Nachbarn erfahren habe und „die Nachbarn wissen immer alles ganz genau.“

Nach einem Mundartvortrag über den früheren Strickunterricht und die Spinnstube von Karin Knoch hatte zum Abschluss der über 50 Mitglieder starke Projektchor seinen Auftritt. Mit „Feste wie diese“ zu der Melodie des Songs „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen, der Hatzbacher Festhymne, rissen die Sänger das Publikum mit.

n Das weitere Festprogramm: Am heutigen Abend steigt ab 20.30 Uhr die Rock-Party-Night im Festzelt. Am Sonntag beginnt um 10.30 Uhr der Stehende Festzug.

von Kai Erdel

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Hatzbach
Dieser Ritter kämpfte bei der „historischen Zeitreise“ mit dem jungen Besucher.  Foto: Michael Rinde

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