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Hallenbad steht nicht mehr im Fokus

Innenstadtplanung Hallenbad steht nicht mehr im Fokus

Hinter den Kulissen hat sich in Sachen Innenstadtplanung offenbar einiges bewegt. Dabei standen ganz andere Flächen im Fokus als das Hallenbadgelände.

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Flächen rund um den früheren Baumarkt interessieren mehr als das Hallenbadgrundstück (kleines Foto). Fotos: Archiv/Rinde

Stadtallendorf. Am Freitag, bei der Sitzung des Stadtparlaments, gibt es noch keine Entscheidung in der Frage, ob das Hallenbad in der Stadtmitte saniert wird oder ob am Ende vielleicht ein Allwetterbad am Freibadstandort entsteht. Im Einzelhandelsgutachten war die Badfläche als Topstandort für einen neuen Markt oder ein Geschäftsgebäude bewertet worden.

Doch gibt es inzwischen eine klare Tendenz was die Zukunft des Bades angeht: Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) kommt inzwischen allein schon aus planerischer Sicht zu einer anderen Einschätzung. „Nach Gesprächen mit mehreren möglichen Investoren sehe ich keinen Zwang mehr dazu, das Bad abzureißen“, erklärt Somogyi im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Investoren hätten erklärt, dass sie nicht zwingend auf diese Fläche angewiesen seien.

Als Kämmerer spricht sich Somogyi ebenfalls für die Sanierung statt einen Neubau aus. Die Sanierung ist mit 7,6 Millionen Euro veranschlagt, für einen Neubau erwartet Somogyi Kosten zwischen 10 bis 20 Millionen Euro. Allerdings: Auch bei einer vergleichsweise günstigen Sanierung stehen der Stadt Folgekosten ins Haus. Kämmerer Somogyi erwartet, dass Zinsen, Kredittilgungen und vor allem die Abschreibungen jährlich mit 450000 Euro zu Buche schlagen werden. Somogyi will nach der Sommerpause die Diskussion über das gesamte Thema Innenstadt in den Gremien führen.

Klar ist für den Bürgermeister auch mehr denn je, dass das Gemeinschaftszentrum samt Stadtbücherei nicht zur Disposition steht. Das Gemeinschaftszentrum ist der einzige Versammlungsraum in der Stadtmitte, ein Ersatz für Somogyi nicht in Sicht. In den Sommerferien will die Stadt dort sogar investieren, um Brandschutzauflagen zu erfüllen. Doch bei den Investorengesprächen und den verwaltungsinternen Beratungen sind andere Flächen in den Fokus geraten. So haben sich die möglichen Interessenten für Flächen mitsamt und rundum das Gebäude des früheren Baumarktes interessiert.

Die Stadt prüft nun sogar, ob eine Verlegung des Feuerwehr-Stützpunktes, in den in den nächsten Jahren ohnehin ein siebenstelliger Betrag fließen muss, möglich wäre. Doch zunächst prüft die Stadt zusammen mit der Brandschutzaufsicht, ob und wie sich eine Standortverlegung realisieren ließe. Auch Flächen zwischen Bad und Herrenwaldhalle scheinen von Interesse. Jetzt wartet Somogyi auf weitere Rückmeldungen von den Interessenten bevor im August die weiteren Gespräche dann in den städtischen Gremien geführt werden sollen. „Wir sind bei allen Planungen nicht zwingend auf private Flächen angewiesen“, betont er.

Horst Ickert, der Eigentümer der früheren Baumarktflächen hatte indessen in der Vergangenheit schon mehrfach signalisiert, dass für ihn auch ein Verkauf denkbar ist.

Magistrat und Verwaltung stünden hinter den jetzigen Überlegungen, sagt der Bürgermeister. Auch Fraktionsvorsitzende und Stadtverordnetenvorsteher hat Somogyi bereits eingebunden. Der Zeitplan für die weitere Beratung steht. Inhaltlich steht für Somogyi aber noch nichts fest, bei ihm gebe es zum jetzigen Zeitpunkt keine Vorfestlegungen.

Klar ist für Somogyi aber, dass die Stadtmitte das Zentrum für Stadtallendorfs Weiterentwicklung zu einem modernen Mittelzentrum werden soll. Das will er auch planungsrechtlich festzurren lassen, um Sicherheiten für Investoren wie auch die schon bestehenden Einzelhandelsgeschäfte zu bieten.

Nach der Wahl des neuen Vorstand von „Stadtallendorf aktiv“ will der Rathauschef auch dort die aktuellen Überlegungen präsentieren und ein Meinungsbild einholen.

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