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Ostkreis "Haben Sie heute schon gewulfft?"
Landkreis Ostkreis "Haben Sie heute schon gewulfft?"
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18:03 29.09.2013
Große Chancen rechnet sich Irmi für ihren Auftritt bei „Deutschland sucht den Superstar“ aus, weil dieser diesmal von Marianne und Michael moderiert werden soll.Foto: Alfons Wieber
Rauschenberg

„Edgar und Irmi“ sind die Künstlernamen von Wolfgang Klösel und seiner Ehefrau Silvia. Singend trat das volksnahe Ehepaar aus der „underfrängischen“ Rhön vor das Publikum. „Singt mit und klatscht dazu“, forderte Edgar die Gäste auf und gab sich verwundert, als diese tatsächlich mit einstimmten. „An dieser Stelle klatscht doch sonst keiner“.

„Kein Dirndl und keine Lederhosen“, bemängelte Edgar mit Blick in den Saal und sorgte mit „Einen schönen Raum habt ihr hier, schön alt, das passt zum Publikum“, gleich zu Beginn für die erste Lachnummer. An ihrem Tisch fast mitten im Publikum bezogen die beiden Künstler aus Unterfranken mit köstlicher Mimik und Gestik die Besucher immer wieder in ihre Späße und Spitzfindigkeiten ein.

In ihrem kleinen, beschaulichen Heimatdorf namens Stockheim, wo die Welt noch scheinbar in Ordnung ist, dort diskutierten und zeterten Edgar und Irmi, wie ein normales Ehepaar halt so zetert und diskutiert. In gnadenloser Offenheit kamen menschliche, gesellschaftliche und politische Abgründe auf den Tisch. Kaum ein Thema aus der breiten Alltäglichkeit wurde ausgeklammert.

Land braucht „Ruck aus der Hüfte“

Von den hyperaktiven Rentnern, die zur Aufbesserung ihrer Rente als Drogenkuriere eingesetzt werden über das nervenaufreibende Shoppen bei Ikea, das Edgar als Deutschlands größtes Psychotherapiezentrum für Frauen und als Erlebnisreise der Kaufwilligen besang, bis hin zum Kindermangel in Deutschland. „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen, auch wenn er aus der Hüfte kommt“, forderte Edgar. Fast alle bekannten Politiker bekamen ihr Fett weg. Neben dem bayrischen Landesvater Horst Seehofer und Sigmar Gabriel, der dadurch aufgefallen sei, dass er nicht auffällig war, oder Peer Steinbrück, der bewiesen habe, dass er mit Geld gut umgehen könne, hatte es den beiden besonders der Ex-Bundespräsident angetan. „Haben Sie heute schon gewulfft?“, fragte er in den Raum und meinte damit, dass dieser zwar nicht gelogen, aber auch nicht die Wahrheit gesagt habe. „Wenn der so alt wird wie Jopi Heesters, bekommt er insgesamt 18 Millionen Eier und hat den Zapfenstreich obendrauf“, stellte Edgar fest. Mit der Wahl von Joachim Gauck als Bundespräsident zeigte sich Edgar gar nicht einverstanden. Seine Wunschkandidatin wäre Margot Käßmann gewesen: „Die hätte doch jeden von der Mafia glatt unter den Tisch gesoffen“, stänkerte er.

von Alfons Wieber

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