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Grundschule Bracht droht Schließung

Nicht genügend Schüler Grundschule Bracht droht Schließung

Die Grundschule ist für Bracht laut Bürgermeister Manfred Barth ein ganz wichtiges Stück Infrastruktur. Die Stadt wolle für deren Erhalt kämpfen.

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Zu wenige Kinder? Noch besuchen 35 Schülerinnen und Schüler die Grundschule im Rauschenberger Stadtteil Bracht. Bis zum Jahr 2016 soll deren Zahl auf 21 sinken. Foto: Matthias Mayer

Bracht. Im zweitgrößten Rauschenberger Stadtteil läuten die Alarmglocken. Weil dort die Zahl der Kinder seit Jahren rückläufig ist, soll die Grundschule zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 laut Entwurf des Schulentwicklungsplans geschlossen werden. Die Brachter Grundschulkinder sollen ab diesem Zeitpunkt in Rauschenberg unterrichtet werden. Diese weitreichende Entscheidung kann der Landkreis Marburg-Biedenkopf auch ohne die Zustimmung des Hessischen Kultusministeriums treffen. Darauf weist die Rauschenberger CDU-Fraktion in einem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung hin. Die Stadtverordneten sollen sich bei ihrer nächsten Sitzung am Montag, 8. Oktober, um 20 Uhr im Bürgerhaus Josbach mit dem Thema befassen.

Die CDU-Fraktion zitiert aus dem Entwurf für den Schulentwicklungsplan. Danach wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Bracht von derzeit 35 auf 21 im Jahr 2016 zurückgehen. Aus zwei jahrgangsübergreifenden Klassen wird nur eine Klasse mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen eins bis vier übrig bleiben. Aus pädagogischer und finanzieller Sicht soll die Schule, die eine Außenstelle der Rauschenberger Grundschule ist, dann geschlossen werden.

Dieses Szenario soll nach Vorstellungen der CDU-Fraktion verhindert werden. Der Antrag fordert den Magistrat auf, gemeinsam mit dem Sozialausschuss die Schulleitung und die betroffenen Lehrer, das Leitungsteam der Kita Bracht, und die Elternvertreter der Grundschule Bracht zu einer Gesprächsrunde einzuladen mit dem Ziel, ein Konzept oder eine Stellungsnahme zum Erhalt der Grundschule Bracht zu erarbeiten. Anschließend sollen entsprechende Gespräche mit den Verantwortlichen des Landkreises geführt werden.

„Der Antrag zielt in die richtige Richtung“, sagte Bürgermeister Manfred Barth (parteilos) der OP. Er arbeite gerade an einer Stellungnahme zum Entwurf des Schulentwicklungsplans, ohne ein Patentrezept zur Rettung des Schulstandortes zu haben. Gleichwohl sei es lohnend, sich für die Schule einzusetzen. Leerstand und Landflucht seien in Bracht nicht das ganz große Problem, weil junge Familien den Standortfaktor mit Kita und Grundschule zu schätzen wüssten. Deshalb wäre ein Wegfall der Schule für den Stadtteil ein ganz herber Verlust, den zu verhindern die Stadt noch genügend Zeit habe.

Die Schließungsmarkeliegt bei unter 13 Schülern

Ein Ansatzpunkt für die städtischen Gremien könnte eine Festlegung sein, die der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Dr. Karsten McGovern (Bündnis 90/ Die Grünen) im August gegenüber dieser Zeitung zu den Kriterien für die Aufgabe eines Schulstandorts gemacht hat. In der OP vom 17. August 2012 wird der Schuldezernent wie folgt zitiert: „Wenn an einem Standort weniger als 13 Schüler vorhanden sind, wird keine Klasse mehr gebildet, und damit kommt es auch zu einer Aufgabe des Standorts, sofern die Prognose keine Verbesserung voraussagt. In Speckswinkel ist dies jetzt erstmalig eingetreten.“ Von der Unterschreitung der 13-Schüler-Marke wird die Grundschule Bracht im Jahr 2016 laut Prognose weit entfernt sein.

n Die Stadtverordneten werden sich am Montagabend außerdem mit einem gemeinsamen Antrag aller vier Fraktionen zum Erhalt der gastronomischen Infrastruktur in Rauschenberg befassen. Ein Antrag der SPD zielt auf eine Neuausrichtung des Bauhofs ab. Die Aufstellung einer Klarstellungssatzung für neue Bauplätze in Bracht-Siedlung steht ebenso zur Abstimmung wie der Prüfbericht zum Rauschenberger Jahresabschluss 2008 und die Zustimmung der Stadt zur Umgestaltung der Energie Marburg-Biedenkopf GmbH in eine GmbH & Co. KG. Schließlich stehen die Neuwahlen der Schiedsperson und der stellvertretenden Schiedsperson an. Die Amtsinhaber Ludwig Pigulla und Barbara Hampel stellen sich erneut zur Wahl. Außerdem kandidiert Helmut Schmid.

von Matthias Mayer

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