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Grundsätzliches Ja, aber offene Fragen

Schnelles Internet für Kirchhain Grundsätzliches Ja, aber offene Fragen

Wie viele Kirchhainer Bürger wünschen sich einen schnelleren Internet-Zugang? Eine flächendeckende Fragebogenaktion soll in den nächsten Wochen Antwort auf diese Frage geben.

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Ein Techniker misst die Internet-Geschwindigkeit von Glasfaser- und Kupferkabeln. Insbesondere in den Kirchhainer Stadtteilen hängen viele Internet-Nutzer noch am „Klingeldraht“. Foto: Archiv

Kirchhain. Diese ist wichtig für die geplante Gründung einer GmbH des Landkreises und aller Kommunen mit Ausnahme der Stadt Marburg zum Aufbau einer flächendeckenden Breitbandversorgung im Kreisgebiet. Am 27. August soll die Kirchhainer Stadtverordnetenversammlung über den Beitritt der Stadt zu dieser GmbH abstimmen.

Eine erste Beratung des Themas im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr zeigte am Montagabend, dass in Sachen Risiko, Geschäftsplan, Alternativen und rechtlicher Rahmenbedingungen noch einige Fragen offen sind. Diese hatte die FDP-Fraktion in einem dreiseitigen und sehr detaillierten Fragenkatalog zusammengefasst, die Bürgermeister Jochen Kirchner aus dem Stegreif nicht alle vollständig beantworten konnte. Der Bürgermeister kündigte an, die noch offenen Fragen kurzfristig zu recherchieren und die Antworten den Stadtverordneten zukommen zu lassen. Die neuen Erkenntnisse - darauf einigten sich die Ausschussmitglieder - sollen dann in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Haupt- und Finanzausschuss am 21. August erörtert werden.

Der Ausschuss-Vorsitzende Professor Erhard Mörschel hatte eingangs den Ist-Zustand der Internet-Versorgung in Kirchhain dargestellt. In der Kernstadt und den Stadtteilen Anzefahr und Betziesdorf sei die Versorgung mit schnellen Internet gut, ohne auch nur annähernd die von der zu gründenden Breitband-GmbH angestrebte Leistung auch nur annähernd zu erreichen. In den anderen Stadtteilen sei die Situation weitaus schlechter.

„Wir können das Projekt guten Gewissens machen“, erklärte Jochen Kirchner, der den Landkreis und die beteiligten Kommunen in Zugzwang sieht. „Wir müssen die Breitband-Versorgung in die eigene Hand nehmen, denn Bund, Land und Telekom machen es nicht“, sagte Kirchner, der zugleich feststellte, dass es in Kirchhain kein zukunftsfestes Internet geben werde, wenn die Stadt sich nicht an der interkommunalen Initiative beteilige.

Der Landkreis rechnet mit einem gesamten Investitionsbedarf in Höhe von 43 Millionen Euro, der sich innerhalb von 20 Jahren amortisieren soll. Das Glasfasernetz soll den Nutzern für Download und Upload eine Leistung von mindestens 25 MB bis 50 MB pro Sekunde bieten. Anschlüsse werden voraussichtlich, so Jochen Kirchner, 50 Euro pro Monat kosten - inklusive Flatrates für Telefon, TV und Internet.

Reiner Nau (Bündnis 90/ Die Grünen) sprach von einem attraktiven und für die nächsten 30 Jahre zukunftssicheren Angebot. Dem widersprach auch Günther Schrantz (FDP) nicht, der jedoch Zweifel an den Berechnungen des Kreises hegte. Statt 43 Millionen Euro sei ein Investitionsbedarf von 58 Millionen Euro realistischer.

Für die GmbH müsste Kirchhain 80725 Euro Eigenkapitaleinlage aufbringen und zudem für eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 161450 Euro gerade stehen.

von Matthias Mayer

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