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Ostkreis Großseelheimer will das Unheilbare heilen
Landkreis Ostkreis Großseelheimer will das Unheilbare heilen
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19:23 13.10.2009
Prof. Dr. Dietmar Fischer bekommt heute einen Preis für seine Forschung. Privatfoto

Großseelheim. Die Geschichte der Forschungserfolge von Prof. Dr. Dietmar Fischer begann vor etwa zehn Jahren eigentlich mit einem Zufall: „Bei der Applikation von Substanzen in das Auge eines Tieres habe ich versehentlich die Linse verletzt“, erinnert sich der heute 38-Jährige. Und dann passierte etwas, was zunächst unglaublich schien: Entgegen der allgemeingültigen Erwartungen zeigten die Nervenzellen der Netzhaut als Folge der Linsenverletzung eine massive Regeneration von Zellfortsätzen – sogenannter Axone –. und die Grundlage für die spätere Forschungsarbeit Fischers war gelegt.

Ähnlich wie im Rückenmark sind die für die Weiterleitung von Reizen verantwortlichen Axone in Sehnerven nach Verletzungen nicht mehr selbständig regenerationsfähig, was bei ausgeprägten Schädigungen zwangsläufig zur Erblindung führt. Schädigungen der Axone im Rückenmark haben derweil Sensibilitätsverlust oder gar Lähmungen zur Folge.

Der Sehnerv und die in der Netzhaut befindlichen Nervenzellen eignen sich im Gegensatz zum Rest des Zentralen Nervensystems aufgrund des einfacheren Aufbaus und der guten chirurgischen Zugänglichkeit hervorragend für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien zur Stimulation der axonalen Regeneration. Fischer und sein Team am Universitätsklinikum in Ulm verbuchten in den vergangenen fünf Jahren erhebliche Erfolge: Sie erforschten und entschlüsselten den Mechanismus, der zur Regeneration von Nervenzellen führt. „Durch eine ,entzündliche Stimulation’, wie sie durch eine Verletzung der Linse ausgelöst werden, werden bestimmte Zellen, sogenannte Astrozyten, die sich in Nachbarschaft zu den Nervenzellen befinden, zur kontinuierlichen Freisetzung bestimmter Proteine stimuliert.

von Florian Lerchbacher

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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