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Ostkreis Großes Interesse am Abfallprodukt
Landkreis Ostkreis Großes Interesse am Abfallprodukt
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18:06 16.03.2012
Das Interesse der Erfurtshäuser an einem Nahwärmenetz ist groß.Foto: Karin Waldhüter
Erfurtshausen

Das Interesse an einem Nahwärmenetz ist in Erfurtshausen groß - das zeigte sich zum einen daran, dass bisher 93 von 180 angeschriebenen Haushalten ausgefüllte Fragebögen an das Planungsbüro Gut aus Kassel zurücksendeten, und zum anderen daran, dass das Bürgerhaus während der Vorstellung der Machbarkeitsstudie durch Planer Gunter Brandt gut gefüllt war. "Ich bin vollkommen überzeugt, dass das Projekt zu einem guten Ergebnis kommen wird", sagte Dr. Norbert Clement, der Leiter des Fachdienstes Erneuerbare Energien beim Landkreis.

Die Wärme aus der Biogasanlage werde nicht ganz reichen, um alle Haushalte der 93 Interessenten mit Nahwärme zu versorgen, erklärte Brandt Nach seinen Berechnungen kann die Biogasanlage 81,5 Prozent des Wärmebedarfs von 91 Häusern decken. Den Rest müsse ein mit Heizöl betriebener Spitzenlastkessel liefern, der ohnehin neben einem Heißwasser-Pufferspeicher zu den Back-up-Einrichtungen eines jeden Nahwärmenetzes gehört. Normalerweise ist der Spitzenlastkessel nur dazu da, Bedarfsspitzen an besonders kalten Tagen abzudecken.

Zuversichtlich äußerte sich Brandt zur Struktur des Nahwärmenetzes. Bei einer Trassenlänge von 4,1 Kilometern werde sich das Nahwärmenetz mit "einer schönen Anschlussdichte" über den gesamten Ortskern, und die Randlagen über insgesamt 17 Straßen erstrecken.

Anschließend stellte Brandt drei ausgearbeitete Varianten vor, wobei er die Variante 1b favorisierte. Diese beinhaltet eine Grundversorgung durch die Biogasanlage mit einem Holzhackschnitzelkessel als Spitzenlastkessel. Variante 1a sieht im Unterschied einen heizölbefeuerten Spitzenlastkessel vor. Der Wärmepreis eines heizölbefeuerten Spitzenlastkessels sei zwar aktuell um 0,4 Cent pro Kilowattstunde niedriger, aber wegen der Heizölpreis-Entwicklung eine unsichere Option.

Die Gesamtinvestition für die Abwärmenutzung beziffert Brandt auf rund 1,8 Millionen Euro. Nach Abzug der Förderungen und der Genossenschaftseinlage von je 3 000 Euro pro Genossenschaftsmitglied, müssten demnach rund 1,1 Millionen Euro über einen Bankkredit finanziert werden - wobei der Bankkredit durch den Wärmepreis bezahlt werde. Der Wärmepreis für die favorisierte Variante soll bei etwa 8,5 Cent pro Kilowattstunde liegen. Weiter müssen die Genossenschaftsmitglieder mit Kosten für den Anschluss im Haus von rund 500 bis 2000 Euro rechnen. Folgekosten entstehen aber nicht.

Brandt stellte auch die "moderne Variante" der Doppelrohrverlegung vor, wie sie in Josbach verbaut wurde und auch für Schwabendorf geplant ist. Vorteil sei, dass rund 30 Prozent weniger Wärme verloren gingen. Das fertige Netz sei eine Investition in die Zukunft und biete beste Voraussetzungen, um später noch modernere Technologien einzusetzen.

Als zweiter Referent des Abends legte Klaus Pfalz von der VR Bank Hessenland Beispiele für die auf 20 Jahre ausgelegte Finanzierung vor und ging auf die Vorteile einer Genossenschaftsgründung ein. Er schlug eine Festsetzung des einzelnen Genossenschaftsanteils auf5 000 Euro vor und riet der künftigen Genossenschaft, die Kommune "mit ins Boot" zunehmen, um so über eine Bürgschaft zu einen niedrigeren Zinssatz zu kommen. Bürgschaften belasten allerdings Haushalt und Defizitquote von Kommunen.

Die nächsten Schritte mit Gründung einer Genossenschaft skizzierte Stadtrat Bernd Riehl: "Wir müssen aus unserer Mitte Willige finden, die mitmachen. Da ist jeder angesprochen." Auch Ortsvorsteher Wolfgang Rhiel fand motivierende Worte: "Wenn viele mithelfen, ist es für alle weniger Arbeit. Wir brauchen eine altersmäßig breit aufgestellte Gruppe, die alle mitziehen kann."

von Karin Waldhüter

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