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Großartiger Chor, großartiges Konzert

Rüdigheim Großartiger Chor, großartiges Konzert

Am Samstagabend gastierte der Deutsch-Deutsche Kammerchor im Rahmen seiner Sommertournee in der Kirche St. Antonius der Einsiedler in Rüdígheim mit einem grandiosen Konzert.

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Der Deutsch-Deutsche Kammerchor meisterte bei seinem Gastspiel in der Rüdigheimer Kirche sein anspruchsvolles Konzertprogramm mit Bravour.

Quelle: Kai Erdel

Rüdigheim. Eigentlich sollte der hoch angesehene Chor in der Stiftskirche in Amöneburg auftreten. Wegen der dortigen Renovierungsarbeiten musste der Chor nach Rüdigheim ausweichen.

So kamen die Rüdigheimer in den Genuss eines Konzertes, wie es sonst wohl dort nicht zu hören ist. Unverständlicherweise blieben dennoch einige Plätze in der Kirche frei. Wer gekommen war, wurde mit einem einzigartigen Hörgenuss belohnt.

Der Deutsch-Deutsche Kammerchor gründete sich Anfang 1989 für einen gemeinsamen Auftritt in der DDR. Obwohl die deutsche Teilung im gleichen Jahr überwunden wurde, treffen sich die Sänger seitdem in jedem Sommer, um in einem Teil Deutschlands auf Sommertournee zu gehen.

Die derzeit 36 Mitglieder sind zumeist aktive Kirchenmusiker oder Musikstudenten, dabei sind aber auch einige ambitionierte Amateursänger. „Mitglied im Chor wird man nur durch Empfehlung eines aktiven Sängers“, erläuterte der Vorsitzende des Chors, Hinrich Schmidt-Henkel.

Gemeinsam ist allen Sängern die Liebe zu außergewöhnlicher Kirchenmusik. So sang der Chor zum Auftakt mit „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ ein Stück, dass erst in neuerer Zeit Johann Sebastian Bach zugerechnet wird. Diesem folgte „Von 55 Engeln behütet“ von Wolfram Buchenberg.

Sechsstimmig gesungen, erzeugte der Chor hier ein grandioses harmonisches Klanggebilde, an dessem schier endlosen und leisen Ausklang man in der Kirche hätte eine Stecknadel fallen hören können.

Finale und Höhepunkt des Auftrittes war die „Messe für zwei vierstimmige Chöre“ von Frank Martin. Martin, selbst Calvinist, setzte sich in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit dem römischen Messformular auseinander. Die hieraus entstehende Spannung überträgt sich ins Stück, um sich in geradezu ekstatisch anmutenden dynamischen Rhythmen zu lösen, welche vom Chor mit sagenhafter Präzision gesungen wurden.

von Kai Erdel

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