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Geschichte erlebbar machen

Hugenotten- und Waldenserpfad Geschichte erlebbar machen

Der Hugenotten- und Waldenserpfad ist in Hessen inzwischen fast durchgängig ausgeschildert. Nun soll der Pfad für Wanderer in der Region Burgwald noch attraktiver werden.

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Das Daniel-Martin-Haus ist Zentrum des Hugenotten-Erlebnisraumes in Schwabendorf.

Quelle: Matthias Mayer

Schwabendorf. Entlang der Wegstrecke sollen Erlebnisräume entstehen, die den Wanderern die Geschichte und das Leben der Hugenotten und Waldenser in der Region näher bringen sollen. Das Konzept dafür wurde bei einem Pressegespräch im Schwabendorfer Daniel-Martin-Haus vorgestellt.

Der Fluchtweg der Waldenser beginnt in Turin/Italien und der der Hugenotten im südfranzösischen Le Poet-Laval. In Genf/Schweiz vereinigen sich die Fluchtwege und führen über Lausanne, Zürich, Schaffhausen, Rottweil, Pforzheim, Erbach, Frankfurt, Braunfels, Marburg, Wetter und Frankenberg bis nach Bad Karlshafen im nördlichsten Zipfel Hessens.

Wissenschaftliche Studien belegten, dass Ende des 17. Jahrhunderts die rund 250.000 Glaubensflüchtlinge auf dieser 1.800 Kilometer langen Route in die für sie sicheren protestantischen Länder geflohen waren, erklärte Dr. Renate Buchenauer vom deutschen Verein Hugenotten- und Waldenserpfad.

Für den inzwischen fast durchgängig ausgeschilderten Weg könne jetzt die touristische Vermarktung beginnen. Für diese sei die Burgwald-Region besonders geeignet, denn hier gebe es auf den Spuren der Glaubensflüchtlinge besonders viel zu entdecken. Deshalb sollten gerade hier „Erlebnisräume“ für die Nutzer des Kulturpfades geschaffen werden, erklärte Buchenauer. Was sind „Erlebnisräume“? Buchenauers Antwort fällt einfach aus: „Es muss hingeführt werden, es muss herumgeführt werden und es muss etwas zu erleben geben.“
Stefan Schulte, Regionalmanager für die Region Burgwald-Ederbergland, verwies auf die Wertschöpfung für die Region, die durch das Tourismus-Projekt rund um die Hugenotten-Kolonien in Louisendorf, Wiesenfeld, Todenhausen, Hertingshausen, Schwabendorf sowie in Marburg geschaffen werde.

In Absprache mit den Kommunen sollen in Hertingshasen ein Lavendelfeld, ein Ort der Stille und Informationstafel entstehen. Für Todenhausen sind weitere Infotafeln geplant. Zudem sollen dort von den Hugenotten erfundene Errungenschaften dokumentiert werden: Von Handschuhen, Taschenbücher und Uhren über grüne Soße und Bouletten bis hin zum Dampfkochtopf.

von Matthias Mayer

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