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Gericht will Gewissheit

Stadtallendorf Gericht will Gewissheit

Am fünften Tag des Prozesses gegen einen 26-jährigen Jurastudenten aus Stadtallendorf, der eine ehemalige Prostituierte misshandelt, vergewaltigt und entführt haben soll, wurden weitere Zeugen gehört.

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Vor dem Marburger Amtsgericht muss sich ein 26-jähriger Student aus Stadtallendorf verantworten.

Quelle: Archivfoto: Hirsch

Stadtallendorf. Eine 32-jährige Lettin schilderte, dass der Beschuldigte, ihr ehemaliger Freund, sie mehrfach geschlagen und geschwängert habe. Zwei Mal habe sie in ihrer Heimat abgetrieben und sei schließlich von ihm geflohen. Der Beschuldigte spürte die ehemalige Prostituierte auf, nahm sie immer wieder gegen ihren Willen mit und zwang sie zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr. „Ich habe das am Anfang alles mitgemacht, weil er mir versprach, mich aus dem Rotlichtmilieu zu holen und ich hoffte, dass es irgendwann zwischen uns besser wird“. Aber jedes Mal, wenn sie zu irgendetwas Nein gesagt habe, sei er aggressiv geworden und habe sie geschlagen. Nach solchen Vorfällen habe dann immer wieder eine Weile Funkstille geherrscht und der Mann sei nur ab und zu zu ihr ins Bordell gekommen.

Eines Tages nahm er sie gegen ihren Willen mit in seine Studentenwohnung nach Kassel. Zwei Tage hielt er sie in seiner Wohnung fest. Bei einem Spaziergang konnte sie sich von ihm losreißen und zu einer nahen Polizeistreife flüchten. Seitdem bestehe keinerlei Kontakt mehr zu dem Studenten.

Am fünften Verhandlungstag präsentierte die Verteidigung weitere Entlastungszeugen. Da sich eine der Vergewaltigungen zum Zeitpunkt der Hochzeitsfeier des Bruders des Angeklagten zugetragen haben soll, wurden mehrere Feiergäste in den Zeugenstand geladen. Familienangehörige und Freunde sagten aus, dass der Beschuldigten von Anfang bis Ende der Feier bei ihnen war. Seine Freundin, das Opfer, sei nicht auf der Feier gewesen und habe die Familie erst am Tag nach der Hochzeit besucht.

Die Verteidigung versucht nun, die Version des Opfers in ein unglaubwürdiges Licht zu rücken. Denn, wenn die Ex-Prostituierte dem Beschuldigten diese eine Vergewaltigung zu Unrecht vorwerfen sollte, könnte das auch für die anderen Anschuldigungen gelten.

von Björn Wisker

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