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Ostkreis Gericht nähert sich der Wahrheit nur sehr langsam
Landkreis Ostkreis Gericht nähert sich der Wahrheit nur sehr langsam
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20:05 18.05.2010
Das Marburger Amtsgericht verhandelt seit mehreren Wochen gegen einen 26-Jährigen. Quelle: Archivfoto

Stadtallendorf. Gegen ihren Willen soll er Sex mit ihr gehabt und sie zwei Mal geschwängert haben. Zwei Mal trieb sie daraufhin das Baby in ihrer lettischen Heimat ab.

Der Angeklagte machte bisher zu den Vorwürfen keine Angaben. Da es eine Entführung am Tag der Hochzeit des Bruders des Beschuldigten gegeben haben soll, lud das Gericht bereits eine Vielzahl der Hochzeitsgäste in den Zeugenstand. War der Angeklagte da? Wie lange? War er zwischendurch fort? Die Zeugen gaben jedoch alle an, dass der 26-Jährige von Beginn bis Ende ständig dort war. Erst am nächsten Morgen sei er gegangen und später mit seiner Freundin, der ehemaligen Prostituierten, wieder gekommen.

Das Gericht interessierte sich auch für die Rolle des Freundes des Opfers, einem älteren Mann aus Italien. Die Verteidigung vermutet, dass dieser seiner jüngeren Freundin eingeredet haben könnte, den Studenten anzuzeigen. Denn Abhängigkeitsverhältnisse seien in diesem Milieu die Regel, erklärte zuletzt ein Polizeikommissar.

Lediglich einen kleinen Schritt in Richtung Wahrheitsfindung konnten Richter Jens-Daniel Braun und die Schöffen am sechsten Verhandlungstag tun. Eine Dolmetscherin übersetzte eine lettische SMS, die angeblich das Opfer während der Verhandlung an den Angeklagten schickte. „Es ist ein Liebesgedicht ohne Rechtschreib- oder grammatikalische Fehler“, erläuterte die Sachverständige. Es handele sich nicht um aneinander gereihte Worte aus einem Wörterbuch.

Sollte es stimmen, dass die ehemalige Prostituierte diese und weitere Nachrichten schickte, könnten ihre Vorwürfe in einem anderen Licht erscheinen. Zumal sie bei ihrer ersten Vernehmung aussagte, sich vor ihrem vermeintlichen Peiniger zu fürchten und keinerlei Kontakt mehr zu ihm zu haben. Eine Prüfung der tatsächlichen Absendernummer steht jedoch nach Auskunft des Vorsitzenden Richters noch aus. Dennoch hätte er das Opfer dazu gerne befragt, doch die 32-Jährige erschien trotz Ladung nicht zum Fortsetzungstermin.

Außerdem soll der Angeklagte im Dezember 2008 eine junge Frau zunächst schwer beleidigt und an den Haaren zu Boden gerissen haben. Ein 29-Jähriger aus Bauerbach bestätigte gestern die Geschehnisse. „Erst gab es Wortgefechte der übelsten Sorte, dann zog er meine Freundin an den Haaren auf den Asphalt“, sagte der Zeuge. Nach dem er eingeschritten war und Hilfe von einem Bekannten bekam, riss sich der Angeklagte wiederum von seinen Freunden los, nahm Anlauf und trat dem Helfer in den Rücken. Das hatten bereits vorherige Zeugen ausgesagt. Der Prozess wird am 28. Mai ab 9 Uhr im Raum 156 fortgesetzt.

von Björn Wisker

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