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Ostkreis Gemeinsamer Kampf führt doch noch zum Ziel
Landkreis Ostkreis Gemeinsamer Kampf führt doch noch zum Ziel
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06:16 07.05.2012
Schon länger liegt der Jägerzaun am Anzefahrer Bahnhof am Boden. An einigen Stellen führt der Fußgängerweg unmittelbar an der Bahnstrecke entlang. Quelle: Florian Lerchbacher
Anzefahr

Der Bahnhof in Anzefahr ist eher zweckdienlich als irgendetwas anderes. Karl-Heinz Grewing hätte zahlreiche Anregungen, zum Beispiel vermisst er in dem Kirchhainer Stadtteil Wegweiser, die Ortsunkundigen die Richtung zum Bahnhalt zeigen - ein einsames Schild am Dorfeingang reicht einfach nicht aus, damit sich Fremde zurecht finden. Für Wanderer, die neue Strecken erlaufen, sei Anzefahr mithin komplett unattraktiv, moniert Grewing. Und wer mit dem Auto direkt an den Bahnhof fahren will, ist ohne genaue Vorkenntnisse restlos verloren.

Doch all dies sind Themen, über die der Bürger hinwegsehen kann. Was ihn jedoch ärgert, sind einige „Gefahrenstellen“ am Weg zum Bahnhof. Seit Monaten lägen sowohl Teil des Jäger- als auch des Maschendrahtzauns zerstört auf dem Boden. „Wie oft habe ich in Treysa oder Frankfurt bei der Bahn angerufen“, kritisiert er. Die Mitarbeiter hätten zwar entgegnet, sie wollten sich darum kümmern - passiert sei aber nichts.

Besonders schlimm findet Grewing, dass der Weg zum Bahnhof unmittelbar an den Gleisen vorbeiführe. Ein bisschen gestreckt, schon könne man mit dem Arm vorbeifahrende Züge berühren. Vor allem fehle auch an der engsten Stelle der Zaun. „Wie schnell ist da mal ein Kind auf die Gleise gesprungen? Einmal kurz nicht aufgepasst, schon ist es zu spät“, kritisiert er und fordert, dass die Bahn sich endlich der Problematik annehme: „Es geht hier nicht um Ästhetik. Ob es schön aussieht oder nicht ist egal. Hauptsache, die Durchschlupfe werden geschlossen.“

In seiner Verzweiflung wendete sich Grewing an diese Zeitung: „Können Sie nicht etwas unternehmen?“ Die OP konnte natürlich: Es dauerte zwar zunächst fast eine Woche, bis auf die Nachfrage bei der Pressestelle eine erste Reaktion kam. Doch neun Tage später war auch schon die endgültige Antwort im Postfach.

Problem sei gewesen, dass das Unternehmen nicht herausfinden konnte, an welche Mitarbeiter sich Grewing gewandt habe, teilte ein Bahnsprecher mit und betonte, die zuständigen Stellen in Kassel und Treysa seien nicht informiert gewesen.

Doch dann kam die gute Nachricht für alle Anzefahrer: „Die von Ihnen gemeldete Schadensstelle wurde von Mitarbeitern der Bahn umgehend geprüft und zunächst mit Flatterband provisorisch abgesperrt. In den nächsten Tagen werden 23 Meter Jägerzaun einschließlich Pfosten sowie 80 Meter Maschendraht erneuert“, schrieb der Bahnsprecher und nannte auch einen Zeitraum, damit sich Grewing nicht wieder Sorgen machen muss, dass das Projekt nicht umgesetzt werden oder in Vergessenheit geraten könnte: Die Arbeiten sollen bis zum 18. Mai abgeschlossen sein.

von Florian Lerchbacher