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Ostkreis Gemeinden wollen gemeinsam sparen
Landkreis Ostkreis Gemeinden wollen gemeinsam sparen
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17:28 13.06.2014
Die Bürgermeister von Wohratal und Gemünden (Wohra), Peter Hartmann und Frank Gleim, stehen vor dem offenen Tresor der Gemündener Stadtkasse. Foto: Michael Rinde
Wohratal

Eine direkte interkommunale Zusammenarbeit zwischen Wohratal und dem etwas größeren Nachbarn Gemünden (Wohra) ist keineswegs neu. Die Bauhöfe helfen einander bei Bedarf, im Wasserverband Wohra arbeiten beide eng zusammen. Die Bevölkerungen beider Kommunen haben viele Anknüpfungspunkte zueinander - über Kreis- und Gemeindegrenzen hinweg.

Geht es nach den Bürgermeistern Peter Hartmann und Frank Gleim aus Gemünden, dann könnten auch die Verwaltungen bald sehr viel enger zusammenrücken. Nach entsprechenden Beschlüssen des Wohrataler Gemeindevorstands und des Gemündener Magistrats wird jetzt ein Verbund von Finanz- und Kassenwesen der Verwaltungen intensiv geprüft. Es geht dabei um die Finanzbereiche Haushalt, Steuern und Abgaben und schlichtweg die Stadt- oder Gemeindekasse, die in der Zukunft gemeinsam agieren könnten.

Ob das möglich ist und so kommt, wird zunächst die Prüfung zeigen müssen. Beide Kommunen haben eines gemeinsam, einen nicht ausgeglichenen Haushalt. In Wohratal liegt es aktuell bei 144000 Euro, in Gemünden (Wohra) bei 11000 Euro.

Beide stehen also unter Spardruck. „In meinen Augen haben wir ein Ausgabenproblem“, stellt Peter Hartmann fest. Er betont beim gemeinsamen Gespräch mit seinem Gemündener Kollegen, dass es nicht darum gehen soll, Stellen zu streichen. Effekte könnten beispielsweise bei der Software-Pflege, also reinen Sachkosten liegen. Außerdem sind beide Verwaltungen vergleichsweise klein, Urlaubs- und Krankheitszeiten von Mitarbeitern führen bei beiden dazu, dass Arbeiten liegen bleiben. Engpässe, so die Hofnung von Gleim und Hartmann, ließen sich bei einem Zusammengehen der Finanzabteilungen erheblich leichter abfangen. Das Personal in den beiden kleinen Gemeinden laufe von je her unter Volldampf, sagt Hartmann. In Wohratals Gemeindeverwaltung gibt es vier Vollzeit- und zwei Teilzeitstellen, in Gemündens Verwaltung gibt es aktuell elf Stellen, darin sind zwei Auszubildende enthalten.

„Wenn es zu einer Zusammenarbeit kommt, muss es für beide Seiten einen Gewinn davon geben“, sagt Frank Gleim. Beide Verwaltungschefs wollen ihre Mitarbeiter in die jetzt anstehenden Prüfungen und Arbeitsgruppen so eng wie möglich einbeziehen. Denn: „Ohne die Mannschaft geht es nicht“, sagt Gemündens Bürgermeister.

Die Initiative zu der jetzt anlaufenden Prüfung ging von Peter Hartmann aus. Er hatte sich mit seinem Gedanken zunächst an die Nachbarstadt Rauschenberg gewandt. Dort habe es aber nur eine sehr verhaltene Reaktion gegeben, weshalb er auf seinen Gemündener Kollegen zugegangen sei. Und Frank Gleim war gleich angetan von dem Gedanken. Sollte es zu einer Zusammenlegung oder Zusammenarbeit der beiden Finanzverwaltungen kommen, so brächte das zunächst sogar zusätzlich Geld. Denn das Land fördert solche Projekte der interkommunalen Zusammen-areit. Gleim spricht aktuell von einer möglichen Förderung von 50000 Euro für beide Kommunen. Wobei beide Bürgermeister betonen, dass es ihnen nicht um Einmalförderungen geht, deren Wirkung schnell verpufft. Um überhaupt Landesgelder für ein solches Projekt zu bekommen, müssten Gemünden wie Wohratal eine Kostenersparnis von jährlich 15 Prozent nachweisen, immer wieder. Auch das gilt es zu prüfen.

Eine große gemeinsame Finanzverwaltung müsste dann insgesamt fünf Haushaltspläne Jahr für Jahr erstellen, einschließlich der Abschlüsse. Beide Kommunen sind Mitglieder in Verbänden, so kommt die Zahl fünf zustande. Wohratal erstellt beispielsweise den Etat für den gemeinsamen Wasserverband Wohra.

Erfahrungen im Hinterland

Ganz neu ist ein solches Projekt im Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht. Die HinterlanGemeinden Steffenberg und Angelburg haben den Schritt zu einer gemeinsamen Finanzverwaltung schon getan. Sie haben auch Fördergelder von 50000 Euro vom Land erhalten.

Die Prüfung soll nun vordringlich vorangebracht werden. Eine Kooperation könnte je nach Ergebnis dann zu einem Jahreswechsel starten, entweder also schon sehr bald, Anfang 2015 oder ein Jahr später.

von Michael Rinde

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