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Gemeinde steht unter Sparzwang

Stadtallendorf Gemeinde steht unter Sparzwang

Die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf werden gefordert: Der Kirchenvorstand stellt der Kirchenvorstand mehrere Einsparvarianten vor. Harte Einschnitte sind unumgänglich.

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Der Kindergarten in der Liebigstraße gehört zu den Institutionen, die die Kirchengemeinde Stadtallendorf unterstützt.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Der Etat der evangelischen Kirchengemeinde ist in diesem und im nächsten Jahr nur ausgeglichen, weil der Kirchenkreis aus seinem Haushalt jeweils 80.000 Euro zuschießt. Ab dem Jahr 2014 muss die Stadtallendorfer Gemeinde massiv sparen. Es gibt bereits klare Vorgaben, die die Gemeinde zu erfüllen hat: Jährlich sind 35.000 Euro einzusparen. Außerdem müssen zwischen 350 und 400 Quadratmeter Gebäudefläche aufgegeben werden.

Für Dienstagabend hat der Kirchenvorstand deshalb zur Gemeindeversammlung eingeladen. Dort sollen mögliche Sparmodelle öffentlich vorgestellt und anschließend diskutiert werden. Klar ist: Die Kirchengemeinde kommt nicht daran vorbei, sich von Immobilien ganz oder teilweise zu trennen.

Acht Gebäude gehören der rund 4.800 Mitglieder starken Gemeinde derzeit, darunter befinden sich neben Stadt- und Herrenwaldkirche die Gemeindehäuser, die evangelische Sing- und Muikschule und der Kindergarten in der Liebigstraße. Welche vier Sparmodelle im Raum stehen, ließ Pfarrer Thomas Peters am Montag noch offen. „Es darf bei der anstehenden Diskussion keine Tabus geben. Ich wünsche mir nur, dass die Diskussionen über jedes Modell sachlich geführt werden wird“, sagt Peters im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bei vier der acht eigenen Gebäude steht die Gemeinde ohnehin vor weiteren Investitionen, weil sie energetisch saniert werden müssen. Viele der Einrichtungen sind mehr als 50 Jahre alt. Zur Gemeindeversammlung kommt am Dienstagabend auch Kirchenverwaltungsoberrat i. R. Wilhelm Kniffert. Er soll die Vorgaben der Landeskirche erläutern und die Gemeinde beraten. Von der Gemeindeversammlung heute Abend erhoffen sich Pfarrer und Kirchenvorstand aber zumindest schon einmal ein Meinungsbild über einzelne Sparmodelle.

Aktuell erhält die Gemeinde pro Jahr rund 108.000 Euro Kirchensteuer zugewiesen. Von diesem Betrag muss sie die Gebäude, den Kindergartenbetrieb und die Sing- und Musikschule unterhalten und finanzieren. Das Geld reicht mittlerweile nicht mehr aus. „Deshalb wird es ohne Einschnitt in einem oder mehreren Bereichen nicht gehen“, betont Pfarrer Peters. Er wird am Dienstagabend als geschäftsführender Pfarrer den Gemeindemitgliedern einen Überblick geben. „Natürlich sind auch andere Sparmodelle, die uns helfen, die Vorgaben zu erreichen willkommen“, unterstreicht Peters. Es gebe keinerlei Vorfestlegungen. Noch bleibt der Gemeinde etwas Zeit, um zu diskutieren und sich festzulegen. Doch bis spätestens Mitte nächsten Jahres muss klar sein, wo in Stadtallendorf der Rotstift angesetzt wird. Ansonsten müsste die Gemeinde selbst zehntausende Euro jährlich bereitstellen.

Die Gemeindeversammlung beginnt um 19 Uhr im Gemeindehaus in der Liebigstraße.

von Michael Rinde

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