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Gemeinde soll früh gegensteuern

Wohratal Gemeinde soll früh gegensteuern

Im Entwurf des Schulentwicklungsplanes des Kreises gilt die Mittelpunktschule Wohratal als gesichert. Doch wäre es möglich, dass das Kultusministerium zu anderen Ergebnissen kommt.

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Die Mittelpunktschule zeigt sich modern und kreativ, so etwa beim Mathematikunterricht unter freiem Himmel im Herbst 2010. Archivfoto: Mayer

Wohratal. Eigentlich sollte das Wohrataler Gemeindeparlament den Entwurf des Schulentwicklungsplanes des Kreises einfach zur Kenntnis nehmen. So sah es der Gemeindevorstand vor. Doch Klaus-Dieter Engel, Fraktionsvorsitzender der SPD, war das zu wenig. Er verwies auf Stellen im Planentwurf, aus denen hervorgeht, dass die Mittelpunktschule (MPS) Wohratal durchaus gefährdet sein könnte, wenn auch erst in weiterer Zukunft. Er habe Angst, dass die MPS mittelfristig kaputtgehe, sagte Engel und erinnerte an Gedanken, die Schule mit der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain kooperieren zu lassen. Auch Anregungen aus dem Kultusministerium aus dem Jahr 2005, die MPS mit einer vergleichbaren Schule in Gemünden (Wohra) zusammenzulegen, führte Engel an. Aus seiner Sicht macht es Sinn, dass sich Wohratal jetzt dafür stark macht, dass die MPS sich zu einer Mittelstufenschule entwickelt, an der Haupt- und Realschulabschluss möglich sind.

Jetzt soll sich das Gemeindeparlament gegenüber dem Kreis besorgt zeigen und vor allem klarmachen, dass die Gemeinde Kooperationen oder Zusammenlegungen bereits jetzt ablegt. Der Sozialausschuss des Gemeindeparlaments wird sich nun mit dem SPD-Vorstoß eingehender befassen und dazu auch Michael Vaupel, den Leiter der MPS Wohratal, einladen. Vaupel selbst sieht keine akute Gefährdung durch den Schulentwicklungsplan. „Die Gefahr, dass es eine ernstere Diskussion gibt, besteht nur, wenn das Kultusministerium zu anderen Ergebnissen kommt“, betont Vaupel.

Er verweist, ebenso wie auch Kreis-Schuldezernent Dr. Karsten McGovern (B90/Die Grünen), auf eine positive Entwicklung an der Schule. Denn die Schülerzahlen beim aktuell jüngsten Jahrgang liegen über den Prognosen. McGovern spricht von rund sechs Prozent. Zahlreiche Schüler aus einem Kirchhainer Stadtteil besuchen jetzt die MPS, was Vaupel natürlich freut. „Ob wir da von einem Trend sprechen, müssen wir abwarten“, schränkt er ein. Das werde sich bei den nächsten Anmeldeterminen im Mai 2013 zeigen.

In der Tat zeigen die mittlerweile teils überholten Zahlen des Schulentwicklungsplan-Entwurfs, dass auch an der MPS Wohratal die Schülerzahlen weiter sinken. Schuld ist primär der demografische Wandel. So prognostiziert eine Statistik des Landkreises für die MPS bis zum Schuljahr 2017/18 ein Absinken der Schülerzahlen auf nur noch 177, aktuell sind es noch rund 240 Schüler.

Schuldezernent McGovern betont, dass der Kreis loyal zur MPS Wohratal stehen wird. „Der Kreis sagt klar, dass wir diese Schule erhalten wollen“, hebt er hervor. Allerdings muss er auch einräumen, dass die sinkenden Schülerzahlen für den Schulstandort Halsdorf zu einem Problem werden könnten. Schon beim noch gültigen Schulentwicklungsplan habe das Land Erklärungsbedarf gehabt. „Der Schulentwicklungsplan ist nicht schuld an möglichen Problemen“, sagt McGovern und verweist auf das Land Hessen. Von dort gebe es allerdings keinerlei Vorgaben, wie viele Schüler eine Mittelpunktschule haben müsse. Der Kreis will in jedem Falle für die MPS werben, falls es nötig werden sollte. McGovern verweist darauf, dass es keine räumliche Alternative für die Schüler gibt -und dass die Schule für das Bildungspotenzial in dieser ländlichen Region unverzichtbar ist. Der Dezernent verweist auf die Fortschrittlichkeit der Schule und ihre besondere Ausrichtung auf einen berufsorientierten Unterricht. Diese Ausrichung habe die Schule auch nach Ende eines entsprechenden Modellversuchs beibehalten, wenn auch in veränderter Form. Schulleiter Michael Vaupel verweist darauf, dass die MPS Wohratal inzwischen in der Region einen guten Ruf genießt und Schülern immer mehr Vorteile bietet. „Das zeigt sich daran, dass unser Einzugsgebiet ständig wächst.“

Die in der Gemeinde Wohratal beginnende Diskussion hält der Schuldezernent für richtig und verständlich. Aber: „Diese Diskussion darf nicht suggerieren, dass diese Schule bald zumacht.“ Erfreulich wäreaus McGoverns Sicht eine konstruktive Diskussion „die der Schule nicht am Ende noch schadet.“

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