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Geldstrafe fürExhibitionisten

Aus dem Gericht Geldstrafe fürExhibitionisten

Wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes musste sich am Freitag ein 36-Jähriger vor dem Kirchhainer Amtsgericht verantworten. Dieser Tatvorwurf wurde jedoch während der Beweisaufnahme schnell fallen gelassen.

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Stadtallendorf. Laut Anklageschrift hatte sich der Angeklagte am 21. Januar 2008 an der Herrenwaldhalle vor einer Gruppe Jugendlicher selbst befriedigt. In dieser Gruppe befand sich eine juristisch als Kind geltende 13-Jährige, die am Tattag allerdings nur noch zwei Tage von ihrem 14. Geburtstag trennten. Am 18. Juli wurde der in Kassel lebende Arbeiter in gleicher Weise auf einem Bahnsteig des Stadtallendorfer Bahnhofs vor zwei jungen Frauen tätig.

Der Angeklagte äußerte sich vor dem unter Vorsitz von Joachim Filmer tagenden Gericht nicht zu den Tatvorwürfen, legte aber über seinen Verteidiger ein Geständnis ab. Sein Mandant bekenne sich zu beiden Taten, an die er nur noch rudimentäre Erinnerungen habe. Der Anwalt sprach von einer durch Alkoholprobleme geprägten Episode im Leben seines Mandanten, der bei der ersten Tat nicht habe erkennen können, dass sich ein Kind in der Gruppe der unfreiwilligen Augenzeugen befunden habe.

Dieser Einlassung konnte und wollten sich Richter Filmer und Amtsanwalt Heinisch als Vertreter der Anklage nicht verschließen; sie beschränkten die Anklage auf zwei Fälle exhibitionistischer Handlungen. Damit hatte das Gericht nur noch über das Strafmaß zu befinden.

Für den nicht vorbestraften Angeklagten war dies der richtige Zeitpunkt, etwas für seine Prognose zu tun. Sein Alkoholproblem habe er weitgehend unter Kontrolle und was seine exhibitionistischen Neigungen angehe, bemühe er sich um einen Therapeuten, sagte er. Einen solchen zu finden, ist für alle Sexualstraftäter äußert schwierig. In Kassel müsse man mit einer neunmonatigen Wartezeit rechnen, erklärte der Rechtsanwalt.

Wegen zwei exhibitionistischer Handlungen verurteilte das Gericht den Ersttäter zu einer Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen à 30 Euro und bewegte damit exakt in der Mitte der Anträge von Anklage und Verteidigung. Das Urteil erlangte sofort Rechtskraft.

von Matthias Mayer

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