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Gebäude ist dem Verfall preisgegeben

Leerstand Gebäude ist dem Verfall preisgegeben

Einst war es ein bedeutendes Gebäude, heute ist es nur noch ein Schandfleck. Und jetzt sind die Aussichten für den Erhalt des "alten Amtsgerichts" endgültig düster.

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Das „alte Amtsgericht“ dominiert die gesamte Umgebung. Wenige Meter entfernt lässt die Stadt gerade die Fassade des Jugend- und Kulturzentrums sanieren. Foto: Michael Rinde

Kirchhain. Von der Stadt aufgestellte Absperrgitter verhindern, dass Passanten dem Gebäude zu nahe kommen. Fenster im Untergeschoss sind mit Sperrholzplatten vernagelt. Dieser Zustand des alten Amtsgerichts wird sich auf lange Sicht wohl nicht ändern. Im Jahr 2010 gab es seriöse Hoffnungen, dass das wohl älteste Gebäude Kirchhains eine Perspektive bekommt. Damals stand die Stadt mit dem Gebäudeeigentümer Schoofs-Immobilien aus Neu-Isenburg vor einer Modernisierungsvereinbarung. Doch die Vereinbarung ist nach Angaben der Stadtverwaltung damals nicht zustande gekommen. Dies teilte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) bei der Beantwortung einer Anfrage des Stadtverordneten Hans-Heinrich Thielemann (SPD) mit.

Zwischenzeitlich sah es auch so aus, als ob es für das im Jahr 1608 errichtete Gebäude einen Käufer gebe. Die Stadt hatte die Gespräche zwischen Schoofs-Immobilien und dem Interessenten, einem Immobilienmakler, moderiert. „Doch die Verhandlungen sind in letzter Minute gescheitert“, sagt Kirchner im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Makler habe das Gebäude nach der Sanierung für eine Altenpflegeeinrichtung nutzen wollen. Zwischenzeitlich hält die Stadt den Zustand des „alten Amtsgerichts“ für bedrohlich, hat sich deshalb auch an die Baubehörde des Kreises gewandt. Aber das Kreisbauamt sieht keine Einsturzgefahr, wie Kirchner mitteilt. „Das Haus hat eine katastrophale Wirkung für den gesamten Bereich. Dabei hat das Gebiet eine sehr positive Entwicklung“, fasst es Kirchner zusammen. Aktuell lässt die Stadt auch die Fassade des Jugend- und Kulturzentrums in der Borngasse 29 sanieren (diese Zeitung berichtete). Beim Landesamt für Denkmalpflege hatte das Gebäude in der Vergangenheit stets einen besonderen Stellenwert. Dr. Bernhard Buchstab ließ es zuletzt im Jahr 2010 intensiv begutachten.

Doch was wird jetzt aus dem Gebäude? Der Geschäftsführer von Schoofs-Immobilien befindet sich zurzeit in Urlaub, eine Stellungnahme des Unternehmens war nicht zu erhalten.

Die Stadt steht ihrerseits vor rechtlichen Auseinandersetzungen mit Schoofs-Immobilien. Dabei geht es um die Ausgleichsabgabe, die die Stadt von Gebäudeeigentümern im Gebiet des früheren Stadtsanierungs-Programm verlangt. Im Falle von Schoofs-Immobilien handelt es sich um die stolze Summe von 150000 Euro. Davon hätte die Stadt Schoofs 100000 Euro erlassen, wäre es zur Umsetzung der Modernisierungsvereinbarung gekommen. Damals war die Rede von Investitionen von 496000 Euro in das Dach und die Fassade des „alten Amtsgerichts“. „Da hatte ich mehr erwartet, jetzt wird der Eigentümer bezahlen müssen“, meint Kirchner.

von Michael Rinde

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