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Ostkreis Gänse oder Esel öffnen Kinderseelen
Landkreis Ostkreis Gänse oder Esel öffnen Kinderseelen
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17:59 06.06.2012
Therapeutin Christine Heimann füttert ihre Gänse und den Ganter. Die Tiere unterstützen sie bei der Behandlung von Kindern oder Jugendlichen. Fotos: Michael Rinde / Privat
Wohratal

Beim Stichwort „tiergestützte Therapie“ entsteht vor dem geistigen Auge gleich das Bild vom mit Delfinen schwimmenden Kind. Dabei sind Hunde, Esel oder auch Kaninchen und Gänse auf ihre Weise ebenso wertvolle Helfer für Therapeuten. Davon ist Christine Heimann aus Wohra überzeugt. Ihre etwas ungewöhnliche Praxis befindet sich an der Mühle in Wohra, in einem Bauwagen gleich am Fluss und mitten in einem Garten.

Nur die drei Esel stehen auf einer Weide bei Halsdorf. Gänse und Ganter, ihre Hündin und die beiden großen Kaninchen, die alles versuchen, um aus ihrem kleinen Gehege zu gelange, leben in einem großen Garten.

Die Diplom-Sozialpädagogin mit zahlreichen Zusatzausbildungen will mit Hilfe der Tiere Kinder und Jugendliche mit ganz verschiedenen seelischen Problemen erreichen. Gemeint sind beispielsweise Kinder, die gerade einen schweren Verlust bewältigen müssen, etwa, wenn ein Familienangehöriger verstorben ist. Aber die Tiere von Christine Heimann helfen auch Kinder und Jugendlichen, die verschlossen, ängstlich oder mutlos geworden sind. „Manchmal sind es auch einfach Kinder, die keinen Bock auf garnichts haben und einfach nur in sich gekehrt sind“, sagt Christine Heimann. Der Kontakt mit Hund oder Kaninchen bricht, so die Erfahrung von Christine Heimann, manches innere Eis. Kinder, die sich zum Schweigen entschieden haben, beginnen wieder zu reden, werden dadurch mitunter erst therapiefähig.

Ein ganz anderes Beispiel: Extrem aufgeregte Kinder, etwa mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, lernen durch die Tiere auch eigene Grenzen kennen, bekommen für sie unerwartete, lehrreiche Reaktionen. So sind Gänse und Ganter ausgesprochen aufgeregt, wenn sie Neulingen begegnen, erst recht, wenn es sich um extrem aktive Kinder handelt. „Kinder schrecken im ersten Moment zurück, für sie ist die Reaktion der Tiere zunächst eine neue Erfahrung“, erläutert Heimann im Gespräch mit dieser Zeitung. In dem Falle hilft das Verhalten der Tiere, neue Verhaltensmuster wie zum Beispiel Zurückhaltung zu trainieren.

Manche Kinder profitieren aber auch einfach nur von der gesamten, sehr idyllischen Umgebung der Praxis. Die Therapeutin arbeitet bereits seit Längerem mit dem Marburger Verein für leukämie- und tumorkranke Kinder zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kinder, deren Bruder oder Schwester an Krebs erkrankt ist. In der Familie fühlen sich Geschwister schnell vernachlässigt - und geraten selbst in Konflikte. Dabei kommt ein anderer Punkt der tiergestützten Therapie zum Tragen: „Tiere nehmen einen Menschen so an, wie er ist“, betont Heimann. Kinder in schwierigen Lebenslagen bekämen eine positive Rückmeldung. Die Wohratalerin arbeitet auch mit anderen Jugendhilfeeinrichtungen zusammen. Krankenkassen übernehmen die Kosten einer tiergestützten Therapie allerdings nicht.

Christine Heimann organisiert mit der Familienbildungsstätte auch ganz besondere Wanderungen: Ganze Familien wandern mit den drei Eseln durch das Wohratal. „Für die Familien ist das eine Möglichkeit, wieder Kontakkt zur Natur zu bekommen, der mitunter fehlt“, sagt die Therapeutin. Was müssen die Tiere können, mit denen eine Tiertherapeutin arbeitet: Sie sollten gerne Kontakt mit Menschen haben. „Und sie müssen artgerecht gehalten sein.“

von Michael Rinde

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