Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Fundbüro versteigert skurrile Fundsachen
Landkreis Ostkreis Fundbüro versteigert skurrile Fundsachen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 18.07.2018
Bernd Weitzel versteigerte unter anderem einen Spielzeugpanzer. Quelle: Michael Rinde
Anzeige
Stadtallendorf

Die Fernbedienung fehlt, ansonsten scheint der Panzer aber einsatzbereit und gut erhalten zu sein. Es handelt sich um ein Spielzeugmodell. Und er findet schnell einen Abnehmer an diesem Mittwoch im Rathausfoyer.

Der Minipanzer ist eine der Kuriositäten, die sich im Fundbürokeller der Stadtverwaltung angesammelt hatten in den vergangenen Jahren. Sechs Jahre war die jüngste Fundsachenversteigerung her. Entsprechend groß fiel das Angebot aus. Allein bei den Fahrrädern gab es reichlich Auswahl.

Auch das Interesse war bei dieser besonderen Auktion groß. Zeitweise waren es rund 60 Bürger, die sich um den Auktionator Bernd Weitzel scharten. Viele hatten die Chance genutzt und sich vorher einen Überblick über das Warenangebot verschafft. Zahllose Fahrräder standen aufgereiht vor der Glaswand des Besprechungsraums.

Die Katze im Sack

Und es gab auch vermeintlich Wertvolles. Zum Beispiel zwei Motorroller. Ob einer von beiden aber tatsächlich noch funktionsfähig ist, war nicht bekannt. Keinen der Fundgegenstände hatte die Verwaltung vorher getestet. Bildlich gesprochen war es also der berühmte Kauf der Katze im Sack. Die Stadt übernimmt für die weiterverkauften Gegenstände, egal ob Motorroller oder vermeintliche Silberbrosche, keine Garantie.

Auch ein Vorschlaghammer in Übergröße ist irgendwo und irgendwann einmal verlorengegangen und wurde nicht vermisst. Um ihn gab es einen kurzen Bieterwettstreit. „Den gibt es doch für ein paar Euro neu im Baumarkt“, meinte ein Teilnehmer. Doch zwei Besucher der Versteigerung wollten genau diesen Vorschlaghammer unbedingt haben. Für zehn Euro wechselte er den Besitzer.

Viele Räder kommen auf den Schrott

Auf vielem blieb die Stadt aber auch sitzen. „Eins, zwei, drei“, zählte Bernd Weitzel immer wieder herunter, um danach ein Beutelchen mit einem Schmuckstück in einen Karton zu werfen. Oder auch einen Walkingstock. „Schade darum“, merkte Weitzel immer wieder mit einem Bedauern in der Stimme an. Häufig musste auch ein Fahrrad seine letzte Tour zu einem Transporter des Stadtallendorfer Bauhofes antreten. Darunter waren auch Räder, die durchaus noch zu gebrauchen gewesen wären. Andere Räder, die irgendwann einmal im Stadtgebiet gefunden und zum Fundbüro gebracht worden waren, sahen beinahe neu aus. Ihre Reifen waren kaum abgefahren. Niemand hatte innerhalb der Frist nach ihnen gefragt. So manches Schnäppchen kam zustande. So gab es für eine Frau ein Damenrad für 30 Euro.

Eine moderne Laptoptasche, allerdings mit einer Tupperdose mit Brotmesser darin, wollte keiner haben. Auch sie wanderte dann schließlich in den großen Karton. Ein Koffer mit einer neuwertig ausschauenden Klarinette darin fand mehrere Interessenten. Am Ende lief es auf einen Zweikampf hinaus, der mit dem Betrag von 75 Euro und einem sichtlich zufriedenen neuen Eigentümer endete. Alle Einnahmen, grob geschätzt rund 1.000 Euro, fließen in die Stadtkasse. 

von Michael Rinde

  • Grundsätzlich sollte das Fundbüro der Stadtverwaltung für jeden, der in Stadtallendorf etwas gefunden oder verloren hat, Anlaufpunkt sein. Es ist während der üblichen Rathaus-Öffnungszeiten zu erreichen.
Anzeige