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Ostkreis Für einen Euro ist das Denkmal zu haben
Landkreis Ostkreis Für einen Euro ist das Denkmal zu haben
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18:13 09.08.2012
Vor allem der Giebel und das Dach des „alten Amtsgerichts“ bereiten dem Landesamt für Denkmalpflege inzwischen große Sorge. Foto: Michael Rinde
Kirchhain

Ein Stück Putz liegt direkt vor der Hausfassade, offensichtlich ist es erst vor kurzem heruntergefallen. Für Dr. Bernhard Buchstab ist der Zustand des „alten Amtsgerichts“ in Kirchhain besorgniserregend. Im Gespräch mit dieser Zeitung fordert Buchstab schnelles Handeln. „Teile des Dachs sind inzwischen in bedenklichem Zustand, alle Fenster müssen dringend komplett verschlossen werden“, nennt Buchstab einige Beispiele. Außerdem weist er darauf hin, dass sich eine Giebelseite nach außen gewölbt hat. „Es sind unbedingt Erhaltungsmaßnahmen notwendig“, betont er.

Das „alte Amtsgericht“, eines der ältesten Gebäude in Kirchhain, gehört seit vier Jahren dem Unternehmen Schoofs Immobilien mit Sitz in Neu-Isenburg. Im vergangenen Monat hatte diese Zeitung darüber berichtet, dass Verkaufsverhandlungen von Schoofs mit einem fachkundigen Immobilienmakler gescheitert waren. Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) hatte darüber berichtet. Schoofs-Geschäftsführer Mohamed Younis erklärte auf Anfrage der OP, dass die Gespräche unter anderem daran gescheitert seien, weil der Interessent auch das frühere Schokoladenlager miterwerben wollte. Doch das habe Schoofs-Immobilien aus verschiedenen Gründen nicht abgeben können. Younis sieht die Zukunft des Gebäudes in einer Wohnnutzung - natürlich erst nach einer umfassenden und sehr teuren Sanierung. „Wir sind bereit, das Gebäude für einen Euro abzugeben, wenn es jemand haben will“, betont Younis. Eine Sanierung in eigener Regie kann sich der Schoofs-Geschäftsführer dagegen nicht vorstellen. Sein Unternehmen sei auf die Konzeption von Einkaufsmärkten spezialisiert, Sanierungen und Wohnungsbau seien nicht das Segment von Schoofs. Bis zu zehn Wohnungen könnten nach Angaben von Younis entstehen, wenn das „alte Amtsgericht“ erst einmal saniert ist. Und er ist davon überzeugt, dass es durchaus Bedarf auf dem Kirchhainer Wohnungsmarkt für diese zusätzlichen Wohnungen geben könnte.

Doch die Sanierung wird in jedem Falle teuer. Younis verweist auf die bisher letzten Gutachten, die Sanierungsbedarf zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro sehen. „Wir haben immer gesagt, dass sich eine Sanierung nicht ohne Zuschüsse realisieren lässt“, betont Younis. Er beziffert den Zuschussbedarf auf rund 700000 Euro.

In der Vergangenheit hatte das Landesamt für Denkmalpflege stets signalisiert sich, dass es sich an der Gebäudesanierung mit erheblichen Zuschüssen beteiligen würde. „Diese Zusage gilt auch nach wie vor“, sagt Bernhard Buchstab.

Der Geschäftsführer von Schoofs-Immobilien hält es aber auch für denkbar, dass sich seine Gesellschaft zumindest finanziell an einer Sanierung beteiligt. Voraussetzung seien aber ein stimmiges Konzept und die Bereitschaft des Interessenten, das Risiko zu übernehmen. Nach wie vor ist für Younis auch denkbar, dass Institutionen Gefallen am „alten Amtsgericht“ finden könnten. In der Vergangenheit hat es schon entsprechende Verhandlungen gegeben.

von Michael Rinde

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