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Ostkreis Für Grundstücksverkauf müssen 30 Bäume fallen
Landkreis Ostkreis Für Grundstücksverkauf müssen 30 Bäume fallen
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15:28 12.03.2012
Diese Bäume mussten auf dem Grundstück an der Elbestraße gefällt werden, um die Fläche freizuräumen. Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Stadtallendorf. "Verlieren wir jetzt das letzte Stück Wald im DAG-Gebiet, wo unsere Kinder noch spielen können", beklagte sich ein Bewohner (Name der Redaktion bekannt) der Elbe-straße schriftlich bei der OP-Redaktion. Schon jetzt gebe es für Kinder im Gebiet keine Möglichkeit zum Spielen.

Besonders um die alten Eichen auf der Fläche tue es ihm leid, beklagte ein Mann, der seit Jahrzehnten im DAG-Gebiet zuhause ist.

Recherchen der OP ergaben, dass der städtische Wald zwischen Elbestraße und Müllerwegstannen keineswegs komplett vor der Abholzung steht. Allerdings: Die Stadt Stadtallendorf ist im Begriff, ein etwa 2.000 Quadratmeter großes Grundstück an einen Industriebetrieb zu verkaufen.

Vor der Übergabe des Geländes müsse es arrondiert werden, hieß es dazu aus dem Rathaus bei Nachfragen dieser Zeitung. Arrondierung bedeutet in diesem Falle das Entfernen von Bäumen und Bewuchs. Die Stadt hat dazu eine Rodungserlaubnis bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises beantragt und erhalten. "Aus unserer Sicht ist alles rechtens", erklärte Dr. Markus Morr, Pressesprecher der Kreisverwaltung, auf Anfrage dieser Zeitung. Die Stadt bat Hessen-Forst um "Amtshilfe", sprich sie vergab einen Dienstleistungsauftrag an das zuständige Forstamt in Kirchhain.

Dort gab es von Forstamtsleiter Lutz Hofheinz weitere Informationen: Etwa 30 Bäume seien auf dieser Fläche gefällt worden, erklärte er auf Anfrage.

Hessen-Forst habe einigen Aufwand betrieben, um eventuell dort nistende Fledermäuse zu schützen. "Es hat sich aber herausgestellt, dass auf dieser Fläche keine Fledermäuse lebten", sagt Hofheinz. Er begrüße es, wenn sich Anlieger Gedanken machten, wenn Bäume gefällt werden. Er könne aber beruhigen: "Der städtische Wald ist nicht in Gefahr. Es ging um einen vergleichsweise kleinen Eingriff."

Für die Forstbehörde gab es aber eine Überraschung. Zumindest bei den Buchen erwiesen sich laut Hofheinz einige Bäume als "erstaunlich faul". Aus Verkehrssicherungsgründen hätten sie ohnehin bald gefällt werden müssen.

von Michael Rinde