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Fünf Kugeln treffen Katerchen Peter

Tiermord Fünf Kugeln treffen Katerchen Peter

"Bei uns in der Haingasse wird immer wieder geschossen", klagt Professorin Lore Hühn. Anfang März fanden fünf Kleinkaliberkugeln auch ein Ziel: Ihr Kater Peter lag tot vor ihrer Gartenhütte.

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„Unter der Haingasse“ kam es zum Katzen-Mord – diesem Tier geht es aber gut.Foto: Lerchbacher

Amöneburg. Lore Hühn ist entsetzt, wütend und hofft auf die Hilfe ihrer Mitmenschen. Anfang des vergangenen Monats fand sie ihren erst anderthalb Jahre alten Kater Peter tot vor ihrer Gartenhütte: „Laut veterinärmedizinischem Obduktionsbericht war die Katze Zielscheibe einer Schussübung. Sie ist elendig an einer Bleivergiftung krepiert“, berichtet sie.

Nach Angaben der Amöneburgerin wurde schon öfters in der Haingasse in der beschaulichen Kleinstadt herumgeballert - eine Information, die Polizeisprecher Martin Ahlich allerdings nicht bestätigen kann: „Uns liegen keine Erkenntnisse vor, weder zu anderen toten Katzen noch zu angeblichen Schüssen. Allerdings sind wir natürlich auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.“ Wer also Schüsse höre, solle sich umgehend an die Polizei wenden.

Auch Lore Hühn setzt auf ihre Mitbürger: Für sachdienliche Hinweise zu dem oder den Schützen hat sie 500 Euro Belohnung ausgesetzt, denn der Fall nagt an ihr und lässt ihr einfach keine Ruhe. Sie jedenfalls hat zwei „Verdächtige“ im Visier - was Ahlich dazu veranlasst, zur Vorsicht zu mahnen: „Mit Äußerungen zu Verdächtigen sollte man sich in der Öffentlichkeit zurückhalten.“

Dabei hat auch die Polizei eine Vermutung: Ihr liegt eine Anzeige von Anfang März vor, die Hühn eingereicht hatte. Damals zeigte die Amöneburgerin einen Einbruch in ihre Gartenhütte an, die in der Straße „Unter der Haingasse“ steht. Vor eben jener Hütte habe der Leichnam des Katers gelegen: „Der Tod des Tieres dürfte mit dem Einbruch in die Hütte in Verbindung stehen“, ergänzt der Polizeisprecher.

Dessen Kollegen vom Polizeiposten in Kirchhain sind weiterhin am Ermitteln. Fest steht, dass der Kater von Kleinkalibermunition getroffen wurde - allem Anschein nach stammt sie aus einem Luftgewehr. In der Akte sind drei mögliche Straftatbestände festgehalten, die für den Fortgang des Falles in Frage kommen: der Verstoß gegen das Waffengesetz, der Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und eine Sachbeschädigung.

Für Tierärztin Ute Vogel, die Kater Peters Leichnam untersuchen musste, ist klar: „Das waren gezielte Schüsse.“ Gleichzeitig spricht sie jedoch von einem Einzelfall in Amöneburg: In Kirchhains Kernstadt habe es vor einigen Jahren mehrfach Schüsse auf Katzen gegeben, in Amöneburg sei ihr aber kein weiterer Fall bekannt. „Traurig ist aber, dass immer wieder auf Tiere geschossen wird - meist mit Luftgewehren. Die Täter sind Katzenhasser.“

Eine Liebhaberin von Katzen ist Hannelore Schultheis. Die Seniorin lebt in der Straße „Unter der Haingasse“. Schüsse seien in der Umgebung noch nie gefallen, eine Theorie hat sie aber dennoch: „Einer unserer Nachbarn hat Hunde, die Angst vor Böllern haben. Als sie ihm ausgebüxt waren, hat er einen Böller gezündet, damit er seine Tiere leichter einfangen kann - aber Schüsse habe ich hier noch nie gehört.“ Die Kugeln im Katzenkörper sind jedoch eindeutiger Beleg, dass es zu Schüssen gekommen sein muss. Und so sagt auch die Nachbarin: „Das ist furchtbar - wer macht so etwas nur?“

Hinweise zum Fall oder zu eventuellen Schüssen nimmt der Polizeiposten in Kirchhain entgegen, Telefon 06422/3041.

von Florian Lerchbacher

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