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Fuchs setzt auf Sachpolitik mit Bürgern

Parteiloser Kandidat Fuchs setzt auf Sachpolitik mit Bürgern

2005 trat Joachim Fuchs bei der Stadtallendorfer Bürgermeister-Direktwahl als parteiloser Kandidat an – und holte aus dem Stand stolze 18 Prozent. Für die Wahl am 18. September tritt der Stadtallendorf erneut an – ohne Parteiunterstützung.

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Joachim Fuchs in der leider zu häufig menschenleeren Innenstadt. Schon vor sechs Jahren hat der parteilose Bürgermeister-Kandidat die Innenstadt zum Thema gemacht.

Quelle: Thomas Breme

Stadtallendorf . Was auf den ersten Blick auf eine Schwächung seiner Position hindeutet, sieht der verheiratete Familienvater zweier Kinder als seine große Stärke an. Sein Credo: Rathäuser dürfen keine Parteizentralen sein – egal ob eine schwarze oder eine rote Fahne auf dem Rathausdach weht. „Nur ein parteiloser Bürgermeister kann die verkrusteten Strukturen in dieser Stadt aufbrechen“, sagt der Bankkaufmann und Bankfachwirt im Gespräch mit der OP. „In dieser Stadt ist alles Vollmer – auch das Stadtparlament“, kritisiert Joachim Fuchs die „erdrückende Dominanz“, die sich der Stadtallendorfer Bürgermeister Manfred Vollmer (CDU) während seiner 29-jährigen Amtszeit aufgebaut habe.

Die Stadtverordnetenversammlung neige in der Folge zu Passivität und Bequemlichkeit. Gelegentlich stimmten die Stadtverordneten über Tagesordnungspunkte ab, ohne die erst zu Beginn der Sitzung in verschlossenen Umschlägen verteilten Details zu den Sachverhalten überhaupt zu kennen. Fuchs schließt in diese Kritik ausdrücklich die oppositionelle SPD mit ein. Die besitze in Werner Hesse zwar einen „begnadeten Redner“, füge sich aber in ihrer Ohnmacht und verliere sich in Resignation. Am kommunalpolitischen Erscheinungsbild der Stadt lässt Fuchs kein gutes Haar. „Hier hat man es über Jahre geschafft, die Kommunalpolitik so langweilig zu gestalten, dass es die Wähler nicht mehr interessiert. Das will er ändern. "Mein Ziel ist es, die Stadtallendorfer für ihre Stadt zu begeistern und für wir Kommunalpolitik zu gewinnen“, erklärt der Finanzfachmann und schwärmt von den Möglichkeiten und Chancen, die die Einbeziehung fachkundiger Bürger in die kommunalpolitische Entscheidungsfindung für eine Stadt bringe kann.

Bürgernähe und Transparenz zählt er zu seinen wichtigsten Anliegen. Er wolle nicht, dass nur kleine politische Zirkel über die Vorgänge und Absichten im Parlament und im Rathaus eingeweiht seien. Stattdessen wirbt er für vollständige und regelmäßige Information der Bürger, die von vierteljährlichen Rechenschaftsberichten bis zum Livestream aus der Stadtverordnetenversammlung im Internet reicht. Fuchs wünscht sich ein selbstbewusstes, motiviertes, eigenständig denkendes und an der Sache orientiert entscheidendes Parlament. Ein Kommunalparlament könne die von ihm zu beeinflussenden Sachverhalte fast immer ideologiefrei erörtern und entscheiden. Dazu seien Fraktionszwänge eher hinderlich, wenn sie zum Stillstand und Selbstblockade in der Stadt führten, sogar äußerst schädlich. Eine solche Blockadesituation hält Fuchs spätestens mit der nächsten Kommunalwahl in viereinhalb Jahren für denkbar. Noch könne die CDU mit Unterstützung der Republikaner die Stadt regieren, aber mit der Rückkehr der Grünen ins Parlament sei die Mehrheit schon deutlich geschrumpft. Halte dieser Trend an, drohe in viereinhalb Jahren ein Patt. „Niemand kann dann idealer zwischen den Lagern vermitteln, als ein parteiloser Bürgermeister“, stellt der passionierte Basketball-Trainer fest.

Der praktizierende Katholik sieht sich im konservativen Lager beheimatet, nimmt aber für sich in Anspruch, gute Kontakte in alle Fraktionen zu haben. „Ich habe ein entspanntes Verhältnis zu fast allen Stadtverordneten“, stellt der Kandidat fest. Jochim Fuchs gerät ins Schwärmen, wenn er von seiner Stadt spricht, von ihren Menschen, von ihrem Potenzial, von ihrer Aufbau- und Integrationsleistung. Und der Ärger funkelt in seinen Augen, wenn er Fehlinvestitionen, verpasste Chancen oder Fehlentwicklungen wie in der Innenstadt beklagt. Als Anwalt der Stadtallendorfer Bürger wolle er die Stadt langfristig mit konstruktiver Sachpolitik voranbringen und dazu seine gute Kontakte zu Handel und Industrie nutzen. Große Wahlkampfversprechen kommen nicht über seine Lippen. „Für das Wünschenswerte gibt es kein Geld. Wir müssen sehen, dass wir uns das Notwendige leisten können“, sagt der Kandidat, der die Werte Ehrlichkeit, Fairness und Vertrauen leben möchte. Bürgermeister Vollmer habe alles Geld ausgegeben, damit sich sein Nachfolger nicht mehr mit Investitionen profilieren könne, sagt er. Ob er das in der Zeitung lesen möchte? Joachim Fuchs zögert keine Sekunde: „Ja. Weil es wahr ist.“

von Matthias Mayer

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Kandidat Joachim Fuchs
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Es ist kein gutes Wahlkampfwetter, das Jochim Fuchs auf seiner Wahlkampftour durch Erksdorf begleitet. Es ist kühl und regnerisch.

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